Ausbildung

Nach dem Abi - rein in die Praxis

Stefanie Hadding
Vom Speiseeishersteller über den Goldschmied bis hin zum Fotomedienfachmann: Es muss nach dem Abitur nicht immer ein Studium sein. Wir stellen Ihnen beliebte Ausbildungsberufe für Abiturienten vor und geben Tipps für die Lehre.
Nach dem Abi an die Arbeit: Ausbildungsberufe für AbiturientenFoto: © bilderbox - Fotolia.com
Theoretisch steht jede duale Ausbildung - also Betrieb plus Berufsschule - in Deutschland unabhängig vom Schulabschluss jedem offen. Ausbildungsberufe nur für Abiturienten gibt es nicht. In der Praxis haben sich allerdings im Laufe der Jahre zahlreiche Berufe zu klassischen Abiturienten-Branchen entwickelt. Bankkaufmann zum Beispiel ist so ein Fall. Die Chancen für Bewerber ohne Abitur sind dort sehr gering.
Nach dem Abi ins UnternehmenVon allen jungen Menschen, die 2006 eine Ausbildung begonnen haben, hatten fast 16 Prozent Abi oder Fachabi, 35,5 Prozent einen Realschulabschluss und 27,3 Prozent einen Hauptschulabschluss. 2,3 Prozent bekamen einen Lehrvertrag auch ohne Hauptschulabschluss.Gute Zeiten für AzubisDie Aussichten auf eine Lehrstelle sind für Schulabgänger in diesem Jahr so gut wie lange nicht mehr. Erstmals seit sieben Jahren ist die Zahl der offenen Ausbildungsstellen größer als die der Bewerber, sagen die Industrie- und Handelskammern. Das Angebot ist vor allem in technischen Berufen besonders groß. Außerdem sind angehende Bank- und Versicherungskaufleute sowie Azubis fürs Hotelfach gefragt.Rund 340 staatlich anerkannte Ausbildungsberufe gibt es in Deutschland. Im August kommt ein besonders leckerer hinzu: Speiseeishersteller. Vanille, Stracciatella und Waldmeister von früh bis spät? Schön wär's. Hinter dem verlockenden Namen steckt eine Menge Arbeit. Wer Speiseeishersteller werden will, der muss die süße Sünde nicht nur fabrizieren und verarbeiten können, sondern auch wissen, wie man andere kleine Gerichte zubereitet, wie man Verkaufsräume gestaltet und wie man bedient. Zudem stehen Themen wie Recht, Organisation, Sicherheit, Umweltschutz, das Planen von Arbeitsabläufen, Hygiene, die Handhabung von Geräten, das Lagern von Lebensmitteln und Kommunikationstechnik auf dem Lehrplan. Nach zwei Jahren Ausbildung arbeiten die Gelato-Spezialisten in Eisdielen und Konditoreien.Ebenfalls neu sind diese sechs Berufe: Automatenfachmann, Fachkraft für Automatenservice, Fotomedienfachmann, Personaldienstleistungskaufmann, Produktionstechnologe und Servicekraft für Schutz und Sicherheit.Schneller fertig 18 Monate dauert die schnellste Ausbildung (Geräte- oder Maschinenzusammensetzer), 42 Monate die längste (zum Beispiel Goldschmied, Klempner, Systeminformatiker oder Zahntechniker). Abiturienten können ihre Lehre in der Regel um ein Jahr verkürzen. Das gilt auch für Ausbildungen, die länger als die Regelzeit von drei Jahren dauern. Während Bewerber ohne Abi zum Beispiel erst nach dreieinhalb Jahren Mechatroniker sind, verkürzt sich die Ausbildung für Abiturienten um ein Jahr auf zweieinhalb Jahre.

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