MBA

Krise trifft amerikanische Unis hart

Stefani Hergert
Die Finanzierung wird für US-Schulen zum Problem. Spenden- und Stiftungstöpfe werden kleiner und damit bricht eine große Säule der amerikanischen Studienfinanzierung zusammen. Das deutsche Modell ist anders und hat jetzt Vorteile, um in der Krise besser bestehen zu können.
US-Hochschulen haben massive FinanzproblemeFoto: © Sandor Jackal - Fotolia.com
Die Krise trifft die amerikanischen Privat-Universitäten mit voller Wucht. Mit den Börsen ist auch ihr Kapitalstock in sich zusammengebrochen. Die Zinsen machen bei vielen einen Großteil des Haushalts aus. Rigides Sparen, aufgeschobene Baupläne und auch Einstellungsstopps - einige Hochschulen wissen sich anders nicht mehr zu helfen. Das trifft auch die Business Schools, die in den USA oft nichts anderes als die Wirtschaftsfakultäten der Universitäten sind. Das Geschäftsmodell deutscher Business Schools steht auf anderen Füßen - ihre Finanzierung scheint in der Krise daher solider.
Die University of Chicago Booth School of Business hat bereits bei Programmen und im Service gespart, die Elite-Uni Harvard hat einen Einstellungsstopp verhängt und die Gehälter der Mitarbeiter in den oberen Verwaltungsstufen eingefroren. In guten Zeiten ein Segen, ist die Abhängigkeit von den Erlösen aus den Milliarden, die ihre Stiftungen verwalten, sowie von Spenden jetzt ein Fluch. Die Harvard Business School bestritt im Geschäftsjahr 2008 fast ein Viertel ihrer Einnahmen aus diesen zwei Quellen, gerade einmal 18 Prozent kamen über die Studiengebühren herein. Doch allein zwischen Juli und November 2008 sind die Zuflüsse, die die amerikanischen Unis aus ihren Stiftungsgeldern erhalten, um fast ein Viertel gesunken, ergab die Studie eines amerikanischen Universitätsverbundes. Auch in Harvard klafft ein Loch.Auch die Alumnie spenden nicht mehr sovielNeben den fallenden Zinserlösen spenden auch die Alumni und die Unternehmen weniger. "Wir erwarten, dass die Höhe der Spenden niedrig bleiben wird, bis sich die Wirtschaft erholt", sagt Ronald Gemkow, der bei der Chicago Booth als Direktor für den Bereich Finanzen und Gebäude verantwortlich ist. Zwei Drittel des Haushalts kommen aus den MBA-Gebühren, ein Teil des restlichen Drittels über Spenden. Die Darden School of Business der University of Virginia ist noch mehr von Stiftungsvermögen und Spenden abhängig. Fast drei von zehn Dollar Einnahmen stammen aus diesen Quellen. In Dollar gemessen gäben auch die Alumni weniger - allerdings engagierten sie sich ideell weiterhin stark an der Schule, betont Ted Forbes, Präsident der Darden School Stiftung.Die international renommierten Forscher und die Ausstattung sind teuer und selbst in den USA über Studiengebühren nicht finanzierbar. "Wer exzellente Forschung und hochwertige Masterstudiengänge anbieten will, der braucht eine starke Stiftung oder andere Gruppe hinter sich", sagt Udo Steffens, Präsident der Frankfurt School of Finance & Management.In Deutschland wird weniger gestiftetDie Top-Schulen in Amerika haben eine so lange Tradition, dass sie heute Milliarden an Stiftungsgeldern verwalten und ein starkes Alumninetz haben. Davon können deutsche Schulen nur träumen. "Außer der Bucerius Law School hat keine deutsche Hochschule einen Kapitalstock, der nachhaltig die laufende Finanzierung ermöglicht", sagt Karlheinz Schwuchow, Professor der Hochschule Bremen. Auch die von der deutschen Wirtschaft gegründete European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin schaffe das mit bisher mehr als 83 Millionen Euro eingezahltem Stiftungskapital nicht, sagen die Kritiker.
Dieser Artikel ist erschienen am 12.06.2009

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