CFA - Chartered Financial Analyst

Kleiner Bruder des MBA

Christoph Mohr
In der Finanzbranche genießen CFA-Absolventen hohes Ansehen. Den Abschluss bieten immer mehr Business Schools als Teil des Studiums an - die Ausbildung kommt jetzt auch nach Deutschland.
Der CFA ist besonders interessant für Portfolio-Manager und AnalystenFoto: © Holger Hopp
Es muss nicht immer ein MBA sein. Auch wenn sich der Master of Business Administration als das weltweit wichtigste Managerdiplom durchgesetzt hat und als ideales Sprungbrett in das Investmentbanking gilt, gibt es durchaus Alternativen. Wer beispielsweise anstrebt, Analyst zu werden, der sollte sich den Abschluss "Chartered Financial Analyst" (CFA) genauer anschauen. Wie der MBA ist mittlerweile auch der CFA weltweit anerkannt - zumindest in der Finanzbranche. Und wenn alljährlich die besten Analysten der Wall Street gekürt werden, dann haben CFA-Absolventen die Nase sogar vorn.
Auch bei deutschen Banken bringt der Abschluss mittlerweile Vorteile: "Bewerber mit CFA haben bessere Chancen", erklärt Dirk von Manikowsky von der Privatbank Sal. Oppenheim. "Der CFA ist eine sinnvolle Zusatzqualifikation für den momentan eher schwierigen Berufseinstieg." Ähnlich sieht man es beim Frankfurter Bankhaus Metzler, einer anderen Top-Adresse in Deutschland: "Der CFA ist eine sehr gute Zusatzqualifikation, vor allem auch für Young Professionals, die theoretisch keine spezifische Finanzqualifikation haben", sagt Personalchefin Birgit Kießler. "Besonders interessant ist der CFA für Leute im Portfoliomanagement und für Analysten." Zu den bedeutendsten deutschen Einstellern von CFA-Absolventen zählen Allianz, Deutsche Bank, Hypo-Vereinsbank, KPMG, Price-waterhouse-Coopers und Sal. Oppenheim.In der CFA-Ausbildung hinkt Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern allerdings hinterher. Eine Handelsblatt-Umfrage unter den 20 wichtigsten privaten und staatlichen Hochschulen im deutschsprachigen Raum zeigt, dass nur wenige Hochschulen auf den Abschluss vorbereiten. Die Uni St. Gallen (HSG) zählt dazu, sie ist ohnehin eine der besten Wirtschaftshochschulen und beweist einmal mehr, dass sie die Zeichen der Zeit früher als andere erkannt hat. Ihr "Masters Program in Banking and Finance" (MBF) ist das erste CFA-Partner-Programm im deutschsprachigen Raum. Der MBF deckt mehr als 70Prozent des Lernstoffs aller drei Level des CFA-Programms ab."In Deutschland gibt es hinsichtlich des CFA-Programms bislang noch keine Kooperation mit einer Hochschule", teilt die German CFA Society mit. Lediglich bei Vorbereitungsseminaren für die ersten beiden Stufen des CFA (Level I und II) kooperiert die Frankfurt School of Finance and Management seit 2007 mit der German CFA Society. Es geht um mehrtägige Vorbereitungskurse. Die Prüfungen selbst werden vom CFA Institute abgenommen. Immerhin: Auch in Deutschland tut sich was. "Grundsätzlich besteht von Seiten der BWL-Institute Interesse an einer Kooperation", erklärt Cynthia Degen vom Dekanat der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Uni Köln. "Es wurden bereits die Fühler ausgestreckt." Und Harald Bareit, Vorstandsmitglied der German CFA Society, erklärt: "Das CFA Institute und die German CFA Society stehen in Verhandlung mit einer renommierten deutschen Universität." Den Namen der Hochschule will er nicht nennen. Aber: "Wir erwarten, dass wir noch in diesem Jahr einen Kooperationsvertrag schließen können."
Dieser Artikel ist erschienen am 01.03.2009

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