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Im Rennen um die Pole Position
Von Oktober 2008 bis Anfang August hatten die gemeldeten rund 1 900 angehenden Ingenieure und Kaufleute aus 19 Nationen Zeit, ihre Fahrzeuge auf die Räder zu stellen, Kosten zu kalkulieren und die englische Verkaufspräsentation zu üben. Denn nur das Team mit dem optimalen Paket aus Ingenieurkunst, fahrerischem Können und kaufmännischem Konzept trägt den Sieg davon.
Für dieses Projekt legen die Studenten aller Semester Nachtschichten ein, ihr Privatleben auf Eis und manchmal lassen sie sogar Prüfungen sausen, um zu schrauben, zu löten und zu trainieren. Marco Schlüter, angehender Maschinenbau-Ingenieur im achten Semester von der Uni Stuttgart ist begeistert von dem, was er und seine Kameraden auf die Beine gestellt haben: "Es ist super spannend, wie das Auto entsteht. Ich weiß von 25 Leuten, die es bauen, ganz genau, was jeder Einzelne macht."
Da wird die Uni-Theorie zur Praxis, die Studenten werkeln am Puls der Zeit - ob Spritsparen wie dieses Jahr besonders viel Punkte bringt oder in der nächsten Saison erstmals Elektro-Autos ins Rennen gehen.
Nicht nur handwerkliches Können ist gefragt
Alles ordnet sich der Vision unter, gemeinsam den besten Rennwagen an den Start zu bringen. Mindestens 30 000 Euro stecken in einem Prototyp. Und diese zusammenzukratzen, ist für den Nachwuchs, trotz aller Leidenschaft für den Fahrzeugbau, die größte Herausforderung. Eine Werkstatt, hochwertige Ausrüstung, Bauteile und Materialien müssen organisiert werden - ohne Sponsoren und Spender geht das nicht. Bis zu 200 Namen finden sich auf Förderlisten einzelner Teams.
Nicht selten ein Anknüpfungspunkt für ein Praktikum oder sogar den späteren Jobeinstieg. Um zu sparen, tuckert in den meisten Boliden ein bei Ebay ersteigerter Motor, der beim Team der Uni Dortmund kurz vor der diesjährigen Veranstaltung in die Binsen ging. "Die stammen oft aus Motorradunfällen. Da kauft man die Katze im Sack", weiß Jonas Groh vom Team "KA-RaceIng" der Uni Karlsruhe. Er ist schon zum dritten Mal in Hockenheim mit dabei und musste mitunter selbst improvisieren.
"Die Formula Student ist wie eine Droge. Beim ersten Mal macht man viele Erfahrungen, im zweiten Jahr will man es unbedingt besser machen, und schon hängt man dran", sagt Grohs Kommilitonin Eva Ziegahn. Die 23-jährige Maschinenbauerin im sechsten Semester ist eine der wenigen Pilotinnen. Dank ihrer Kart-Erfahrung hat sie ihre männlichen Mitstreiter sofort überzeugt.
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