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Im Rennen um die Pole Position
Die Formula Student ist die Talent-Show der deutschen Automobilindustrie. Auch dieses Jahr kommen wieder Newcomer aus der ganzen Welt nach Hockenheim. Dort wetteifern die angehenden Ingenieure mit ihren selbst gebauten Wagen um den Sieg.
Unser Auto durch den Zoll zu bekommen, war schwieriger, als es zu bauen", sagt Vladimir Timonin aus Moskau. Sein Kommilitone Wladimir Bibilov schwitzt neben ihm im leuchtend blauen Rennwagen unter einem roten Sonnenschirm und nickt. Ihr Kollege Anton Malyshev verteilt Wasserflaschen.
Die russischen Studenten in ihren roten T-Shirts warten in Hockenheim bei mehr als 30 Grad im Schatten neben der berühmten Formel-1-Strecke darauf, dass sie ihren selbst konstruierten und eigenhändig gebauten Rennwagen zur technischen Prüfung schieben dürfen. Die Bremsen und die Geräuschemission werden geprüft, danach der Elchtest. Erst dann darf das Gefährt auf den Achten-Parcours und die Rennstrecke.
Teamchef Timonin, Pilot Bibilov und Marketingmann Malyshev gehören zum zwölfköpfigen Team der Moskauer Staatsuniversität - eine von knapp 80 Studentengruppen aus aller Welt, die zur diesjährigen Formula Student Germany (FSG) angereist sind. Vor den Augen beliebter Arbeitgeber wie Audi, Daimler oder BMW, die die Talent-Show finanzieren, lässt der internationale Nachwuchs seine Rennwagen aufheulen.
Formula Student gilt als Recruiting-Veranstaltung für junge Ingenieure
Die Automobilbranche und die technischen Unis fördern den Showdown seit Jahren. Für sie ist das viereinhalbtägige Spektakel die wichtigste Recruiting-Veranstaltung für Nachwuchsingenieure mit Benzin im Blut. Die Autobauer entsenden deshalb mehr als 150 Juroren plus Organisatoren und Talentscouts an den Ring. Im Gegensatz dazu hatten die russischen Grenzer vom studentischen Wettstreit noch nie gehört.
Die für den blauen Einsitzer vorgelegten Papiere genügten nicht, die Beamten schickten den Transporter zurück ins 500 Kilometer entfernte Moskau. "Also haben wir noch mehr Formulare ausgefüllt", erzählt Teamchef Timonin. Die Bürokratie ließ sich schließlich doch noch überwinden - ein vom Enthusiasmus der Studenten angesteckter britischer Geschäftsmann ließ seine Kontakte spielen.
Autobegeisterte Russen, Amerikaner, Inder, Australier, Europäer - die 78 Startnummern für die FSG waren in Sekunden vergeben. Im FS-Zirkus, der auch in den USA, Großbritannien und Australien Station macht, ist Deutschland dieVeranstaltung, an der die meisten Favoriten der weltweit rund 500 studentischen Teams teilnehmen.
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