MBA-Tagebuch

Mark Zuckerberg und Madonna als Vorbilder

Mari Enzensberger
Mari Enzensberger macht an der Rotterdam School of Management ihren MBA. Die Handelsblatt-Stipendiatin berichtet alle 14 Tage aus ihrem Alltag. Im 14. Beitrag erzählt sie, was sie von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und Popstar Madonna lernen kann und warum Europäer beim Karaoke das Nachsehen haben.
Mari Enzensberger studiert in RotterdamFoto: © PR
Der dritte Abschnitt des MBA war beeindruckend. Ich habe mit 60 anderen Studenten Strategie als Schwerpunkt gewählt. Die Zeit ist viel zu schnell vergangen. Unser Professor ist aus Südafrika und Gründer sowie Direktor des Gordon Institute of Business Science. Er war derjenige, der mich bisher am meisten beeindruckt hat. Er hat alles andere als trockene Strategie-Inhalte und Theorie präsentiert, er hat uns zum Nachdenken gebracht, er hat uns herausgefordert und er hat vor allem die Fragen gestellt, die uns persönlich weiterbringen. Er ist fest davon überzeugt, dass Strategie und Führung eine große persönliche Komponente haben und deshalb für jeden Menschen einzigartig sind.
Es hört sich vielleicht banal an, aber er hat uns über zehn Tage immer wieder die Frage gestellt, was uns im Leben wirklich Freude bereitet und erklärt, wie eng es mit unserer persönlichen Philosophie von Strategie und Führung und unserer Lebensstrategie zu tun hat. Auch wenn wir im ersten haben Jahr viel darüber gelernt haben, wie man in Organisationen Profit generiert, so sollte es auf persönlicher Ebene nicht ums Geld gehen, dass man verdient.Der Kurs war strukturiert in Makro-, Meso- und Mikro-Ebene. Wir haben in der ersten der vier Gruppenpräsentationen Länder wie China, Singapur, USA und Afrika analysiert und geprüft, wie Geographie und Klima die Geschichte beeinflussen, die Geschichte wiederum die Kultur und diese das Verhalten in einer Nation. Die Meso-Ebene beinhaltet die Charaktereigenschaften der Industrie in der man sich bewegt sowie die politischen Richtlinien. Die Meso-Ebene schließlich hängt stark mit der Mikro-Ebene, dem Unternehmen, zusammen. Ich habe vor allem gelernt, wie stark vernetzt die Strategie mit eher strategiefernen Themen wie Historie, Klima oder geografischer Lage ist.Zwei Sätze haben sich bei mir besonders eingeprägt: „Always know which battle you are in" und „Strategy comes out of a situation, let the situation speak first“. Das bedeutet, sich zu jeder Zeit klar zu sein, welche Veränderungen und Dynamiken sich im Umfeld abspielen.Entschlossenheit führt zum ErfolgSchließlich haben wir in der letzten Gruppenpräsentation die Strategie und Führungsphilosophie von bekannten Persönlichkeiten wie Kofi Annan, Madonna oder Mark Zuckerberg, den Gründer von Facebook, analysiert. Eine wichtige Schlussfolgerung war zum Beispiel, dass Talent gar keine wirklich große Rolle in diesen Leben gespielt hat, sondern dass eine außerordentliche Entschlossenheit diese überaus erfolgreichen Menschen verbindet.Unsere Aufgabe ist es nun, unsere eigene Strategie und Führungsphilosophie zu entwickeln und unsere „Lebens-Strategie“ im Hinblick auf unsere beruflichen Pläne zu Papier zu bringen. Eine Aufgabe, vor der ich gleichermaßen Respekt und viel Vorfreude habe. Eines ist sicher: Es regt uns an, über sehr wichtige persönliche Dinge nachzudenken. Unser Professor sagt, wir brauchen dazu einen Spiegel und eine Landkarte.
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