Nach dem Abi

Freunde fürs Leben

Katrin Heine
Abizeit ist Abschiedszeit: Langjährige Freundschaften werden nun auf die Probe gestellt. In der neuen Heimat knüpft man schnell über die Uni Kontakte. Doch keine Bange, man kann einiges dafür tun, dass die alten Freunde bleiben und neue hinzukommen.
Simon Sipple (links) und Valentin Koch kicken gemeinsamFoto: © Andy Ridder
Auch wenn sich sonst alles geändert hat, ist es sonntags immer noch wie früher. Trikots anziehen, Fußballschuhe schnüren und raus auf den Platz. Seit sie zehn Jahre alt sind, spielen Simon Sipple und Valentin Koch zusammen Fußball. Seit vier Jahren kicken die beiden als Innenverteidiger und Mittelfeldspieler beim TSV Ummendorf, einer kleinen Gemeinde in der Nähe ihrer Heimatstadt Biberach in Oberschwaben.
Daran hat sich nichts geändert, seit die beiden vor zwei Jahren ihr Abi gemacht haben und nun in verschiedenen Städten studieren. "Klar macht man sich am Anfang Gedanken, ob Freundschaften halten. Vor allem, wenn sich der Freundeskreis über ganz Deutschland verteilt", sagt Simon. Der 20-Jährige studiert im zweiten Semester Informatik in Ulm, 40 Kilometer von Biberach entfernt. Er erinnert sich gut daran, welche Gedanken er sich nach dem Abi gemacht hat. Was kommt jetzt? Neue Stadt, neues Leben, neue Freunde? Das Resümee nach einem Jahr: neue Stadt - ja, neues Leben - auch irgendwie, neue Freunde - zum Glück ebenfalls. Aber eben auch noch die alten. "Mit den Leuten, die mir am Herzen liegen, habe ich immer noch häufig Kontakt", sagt Simon.Irgendwann trennen sich die WegeAbi-Zeit ist Abschiedszeit. Nicht nur von Lehrern und dem üblichen Schultrott - darauf können sicher alle gut verzichten - sondern oft auch von Eltern, Familie und vor allem Freunden, die man häufig schon seit der Grundschule kennt und jeden Tag gesehen hat. Norden, Süden, Osten, Westen - die angehenden Studenten, Azubis und Wehrdienstleistenden verteilen sich über ganz Deutschland.Dass manche Freunde jetzt getrennte Wege gehen, sei normal und sogar gut so, sagt der studierte Sozialpädagoge Stefan Langer, der bei Lüneburg eine Beratungspraxis hat. "Wenn man sich in verschiedene Richtungen entwickelt, ist es wichtig und richtig, Freundschaften zu beenden", erklärt er. Oft sei dies ein schleichender Prozess.Das hat auch Veronika Betz aus dem nordrhein-westfälischen Much erlebt. Während der Schulzeit ging sie mit fünf Freundinnen durch dick und dünn. Aus der eingeschworenen Sechserclique wurde nach dem Abi eine Fünfergruppe. "Eine ist nach Trier gezogen, und wir haben uns aus den Augen verloren. Sie hat sich einfach nicht mehr gemeldet", erzählt die 23-Jährige. Während Veronika anfangs noch häufig anrief und schrieb, gab sie irgendwann auf. "Ich hatte das Gefühl, sie wollte einfach nicht mehr mit uns befreundet sein", sagt sie nachdenklich.
Dieser Artikel ist erschienen am 15.06.2009

Thema des Tages

Allgemeinbildung

 

Die besten Trainee-Stellen

Karriere-Städteranking

Jobsuche + Bewerbung

Wer verdient wieviel?

Newsletter bestellen

Berufsreport