Die Zahl der weiblichen Bewerber für MBA-Programme steigt. Die Schulen selbst sprechen mittlerweile gezielt Frauen an. So wird den Studentinnen neben den Vorlesungen auch Kinderbetreuung für den Nachwuchs angeboten.
Die Wharton School der University of Pennsylvania hat geschafft, worauf viele andere akribisch hinarbeiten: Im aktuellen Jahrgang sind 40 Prozent der MBA-Studenten Frauen. Das ist der höchste Anteil, den die Schule je hatte. Bei vielen Anbietern in den USA und Europa sind 20 bis 30 Prozent weibliche Teilnehmer die Regel. Den Anteil zu erhöhen, haben sich indes einige auf die Fahnen geschrieben.Immer mehr Frauen erkennen, dass sich ein MBA für sie lohnt, die Bewerberzahlen steigen seit Jahren. Die Umfrage vom MBA-Messe-Anbieter QS unter Besuchern bestätigt das: "Die Anzahl der weiblichen MBA-Kandidaten ist größer als je zuvor", heißt es in der gerade veröffentlichten Studie. 46 Prozent der 4000 Umfrageteilnehmer sind weiblich. Wenn sie sich auch tatsächlich bewerben, könnten bald noch viel mehr Frauen in den MBA-Klassen sitzen.Denn sie haben erkannt, dass auf MBA-Absolventen mehr wartet als Investmentbanking und Beratung und dass die Ausbildung vielseitig ist. "Gerade Frauen interessieren sich für flexiblere Arbeitszeitmodelle und unterschiedliche Karriereoptionen nach ihrem Abschluss", sagt Kathryn Bezella, die an der Wharton-School für das Zulassungsverfahren verantwortlich ist.Das passt in den Trend, dass gemeinnützige Organisationen und Unternehmen aus dem Bereich Corporate Social Responsibility als Wunscharbeitgeber beliebter werden. 6,4 Prozent der Teilnehmer der QS-Umfrage - und damit doppelt so viele wie im Jahr zuvor - wollen nach dem MBA hier arbeiten.Frauen brauchen Vorbilder aus der WirtschaftDass Wharton seit Jahren den Frauenanteil erhöht, liege am guten Netzwerk, sagt Bezella. "Hier haben die Frauen schon in der Uni eine starke Gemeinschaft, die auch im Berufsleben hinter ihnen steht." An der Schule ist das Netzwerk "Wharton Women in Business" etabliert. Die Forté Foundation, ein Zusammenschluss verschiedener Business Schools und Unternehmen, setzt ebenfalls auf das starke Netzwerk und die Vorbildfunktion von Absolventinnen, um mehr Frauen für MBA-Programme zu begeistern.Einige Schulen sprechen die Frauen gezielt an, haben wie die Stanford Graduate School of Business eigene Internetseiten für weibliche Bewerber. Stanford organisiert zudem Informationsrunden mit weiblichen Alumni, Mitarbeiter informieren bei Treffen von Organisationen wie "Future Women Leaders" über die Programme, mit einem Frauennetzwerk setzt sich das auf dem Campus fort. 32 bis 41 Prozent Frauen lernten seit 2000 im MBA.Das allein reicht aber nicht. Frauen bräuchten noch viel mehr Vorbilder, sagt Wharton-Zulassungsleiterin Bezella. Noch immer fehlen Positivbeispiele in der Wirtschaft. Das schreckt Frauen ab, sich auf die Großinvestition MBA einzulassen.
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Foto: G. Altmann/Pixelio
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