Die Wirtschaftskrise hat am Image der Banken erheblich gekratzt. Falsche Beratungen sorgen dafür, dass die Banken umdenken müssen. Viele Privatkundenberater bilden sich jetzt institutsunabhängig weiter, um sich für die Zukunft fit zu machen.
Gerade noch vor der Sommerpause knöpfte sich der Bundestag ein heikles Thema vor: Die Abgeordneten verabschiedeten ein Gesetz, das Bank-Beratern umfassende neue Pflichten auferlegt. Zum Beispiel müssen Kredit- und Anlageberater in Zukunft in Protokollen detailliert den Inhalt ihrer Beratungsgespräche festhalten - darunter auch die Ziele der Kunden. Denn zu viele Privatkundenberater hatten in den vergangenen Monaten harsche Kritik wegen ihrer wenig krisensicheren Anlageempfehlungen einstecken müssen. Weil sie etwa das erhöhte Sicherheitsbedürfnis ihrer Kundschaft außer Acht ließen, zugunsten von Abschlussprovisionen, die ihnen persönlich winkten.Anleger, die künftig Opfer solch einer falschen Beratung werden , bekommen außerdem einfacher Schadenersatz zugesprochen, weil Forderungen nicht mehr wie bisher bereits drei Jahre nach Vertragsabschluss verjähren, sondern länger erhoben werden können.Gesetzliche Regelungen schützen die VerbraucherrechteDas neue Gesetz ist Teil der "Qualitätsoffensive Verbraucherfinanzen", welche die Bundesregierung im Frühjahr ins Leben gerufen hat - angesichts des großen Vertrauensverlustes in die Bankenwelt. Die neuen Pflichten treffen Kreditinstitute besonders hart, weil die ganze Branche im Zuge der Finanzkrise stark gebeutelt ist. Viele Banken müssen ihr Geschäft regelrecht sanieren. Sie ächzen unter hohen Abschreibungen und Verlusten - und reagieren mit Sparplänen. Finanzfirmen kündigten den Abbau von weltweit mehr als 100 000 Arbeitsplätzen an. Auch in deutschen Banken fürchten Tausende Mitarbeiter um ihre Jobs."Bankmitarbeiter sollten auf die Gefahr einer Entlassung reagieren, indem sie sich gezielt weiterbilden", empfiehlt Markus Gerhard, Programm-Manager an der Frankfurt School of Finance & Management. So sinke die Gefahr, die Stelle zu verlieren. Kommt es trotz der Weiterbildung noch zur Kündigung, finde der Betroffene aber zumindest schneller wieder eine neue Position.Gut gerüstet für die Zukunft sind Banker, die in Sachen unabhängige Anlageberatung fit sind. "Das Informationsbedürfnis der Kunden ist deutlich gestiegen", sagt Detlev Dietz. Er ist Bereichsvorstand bei der Commerzbank. Deshalb denke er sogar darüber nach, Kunden in Zukunft gegen Honorar zu beraten, statt wie bisher Vertriebsprovisionen zu kassieren. Doch das funktioniere eben nur mit hochqualifizierten Beratern. Dietz sagt einen neuen "Qualitätswettbewerb" zwischen den Banken vorher. Mit dem geplanten Honorarberatungsmodell orientieren sich einige Mitbewerber offenbar an der Quirin-Bank. Dieses Finanzinstitut bietet bereits seit längerem eine umfassende und qualifizierte Anlageberatung als gebührenpflichtige Dienstleistung an. Und hat sich damit offiziell von versteckten Gebühren und Provisionen distanziert, wie sie in den meisten Traditionshäusern nach wie vor üblich sind.
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Foto: G. Altmann/Pixelio
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