Studium

FH oder Uni: Was ist besser?

D. Fricke, B. Mersch
Ein Wechsel zwischen FH und Universität ist nicht möglichIn Zeiten von Bachelor und Master ist die einmal getroffene Entscheidung für Universität oder Fachhochschule keine Einbahnstraße mehr. Bachelor-Abschlüsse von Fachhochschulen und Universitäten sind formal gleichwertig. Keine Uni darf Bewerbungen von FH-Absolventen für ihre Master pauschal ablehnen. Dagegen hatten sich anfangs vor allem Technische Universitäten gesträubt, inzwischen sind die meisten offener geworden. Jedoch: Die Plätze sind begrenzt, und Hochschulen legen die Zulassungskriterien selbst fest. In der Regel sind dies gute Noten. Manchmal müssen Bewerber von anderen Hochschulen eine Prüfung absolvieren oder andere Zulassungskriterien erfüllen.So wie Michael Heck: Nach dem Informatik-Bachelor an der FH Trier bewarb sich der 23-Jährige für den Master an der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern. Der Leiter des Studiengangs lud den FH-Absolventen zu einem Gespräch ein und prüfte eigenhändig seine Studienunterlagen. „Natürlich hatten wir an der Fachhochschule weniger Theorie gemacht, uns dafür aber stärker mit Programmiersprachen beschäftigt“, sagt Heck, der schließlich für das Master-Programm zugelassen wurde. Allerdings musste er noch einige Veranstaltungen aus dem Bachelor-Programm der Uni besuchen, etwa eine Vorlesung in Numerik. „Das hat mich etwa zwei Drittel eines Semesters gekostet“, so Heck. Übrigens: Wer sich mit einem Uni-Bachelor für einen Master an der Fachhochschule bewirbt, muss sich darauf einstellen, dass Studieninhalte genauso abgeklopft werden wie umgekehrt.Fachhochschulen sind provinziell, nur an der Uni bekommt man eine internationale AusbildungEgal ob Uni oder Fachhochschule – es gibt kaum eine akademische Ausbildungsstätte mehr, die sich nicht dem Ziel Internationalisierung verschrieben hat. Große Unis eröffnen Büros im Ausland – wie die FU Berlin, die unter anderem in New York, Peking und Delhi präsent ist. Andere bauen im Ausland gleich komplette Unis auf, so wie die RWTH Aachen in Oman. Auch für viele Fachhochschulen gilt mittlerweile: in der Provinz daheim, in der Welt zu Hause.Die Hochschule Magdeburg-Stendal etwa unterhält nicht nur mehrere internationale Studiengänge, sondern baut nach dem Muster deutscher Fachhochschulen die German-Jordanian University in Amman auf. „Einige Fachhochschulen profilieren sich besonders stark durch internationale Kooperationen und Studienprogramme“, sagt Patrick Neuhaus, Referent im Bologna-Zentrum der Hochschulrektorenkonferenz. 40 Prozent der Uni-Absolventen des Jahrgangs 2005 hatten laut einer Absolventenstudie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) einen studienbezogenen Auslandsaufenthalt vorzuweisen, FH-Absolventen zu 30 Prozent. Dabei sind Uni-Studenten meist in einem anderen Land an einer Hochschule eingeschrieben, bei Fachhochschülern dominiert das Auslandspraktikum.Wer Karriere machen will, muss an die UniVon wegen! Schon beim Job-Einstieg punkten die Fachhochschüler. Wie eine Absolventenbefragung des „Spiegels“ 2007 ergab, finden FH-Absolventen quer durch fast alle Fachbereiche schneller eine Vollzeitstelle als ihre Kommilitonen von der Uni. Vor allem die begehrten Nachwuchsingenieure werden vom Fleck weg eingestellt. Auch danach geht es für FHler mit der Karriere schneller voran: Fünf Jahre nach Studienabschluss arbeiten laut einer HIS-Absolventenstudie rund ein Drittel der Fachhochschul-Alumni in einer Leitungsfunktion. Dies trifft nur auf ein Fünftel der Uni-Absolventen zu.In einigen wenigen Unternehmen muss man aber mit FH-Abschluss immer noch grundsätzlich draußen bleiben. Dazu gehören die großen Strategieberatungen wie McKinsey oder die Boston Consulting Group (BCG): „Wir möchten weiterhin die besten Universitätsabsolventen für eine Beraterkarriere gewinnen“, sagt BCG-Pressesprecherin Heidi Polke. Auch im Top-Management sind FH-Absolventen selten zu finden. „Für Positionen in der Leitungsebene unterhalb des Vorstands werden Uni-Absolventen bevorzugt“, sagt Jens Hohensee, Senior-Berater bei Kienbaum Executive Consultants. Die Vorstände der Dax-Unternehmen haben fast alle ein Uni-Diplom, viele sogar einen Doktortitel. Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzender von Audi, der an der Fachhochschule Augsburg BWL studiert hat, ist (noch) eine der wenigen Ausnahmen.

Thema des Tages

Allgemeinbildung

 

Die besten Trainee-Stellen

Karriere-Städteranking

Jobsuche + Bewerbung

Wer verdient wieviel?

Newsletter bestellen

Berufsreport