Fair Company

Fairness schafft Wettbewerbsvorteil

karriere.de
Bei der Konferenz „Gute Praktika - Vorsprung durch Fairness“ am 15. Oktober in Berlin diskutierten Vertreter von Fair Companies mit Politik und Verbänden. Ihr Fazit: Ein guter Umgang mit Praktikanten und Berufseinsteigern ist ein Vorteil im War for Talents.
Angesichts des drohenden Fachkräftemangels und der durch die aktuelle Finanzkrise sich verschärfenden Wettbewerbssituation ist der faire Umgang mit Berufseinsteigern und Praktikanten ein hervorragendes Mittel für Unternehmen, sich im "War for Talents" einen Vorteil zu verschaffen. So lautet ein gemeinsames Fazit von Vertretern namhafter Unternehmen wie der DB Mobility Logistics AG und Mitgliedern der Bundesregierung nach der Konferenz  "Gute Praktika: Vorsprung durch Fairness" am 15. Oktober in Berlin.Rund 200 Personaler, Experten und interessierte Berufseinsteiger waren auf Einladung der Initiativen "Fair Company" von Handelsblatt Junge Karriere und Neue Qualität der Arbeit (INQA) in die Berliner Jerusalemkirche gekommen, um darüber zu diskutieren, wie sich die Situation von Praktikanten in Deutschland repräsentiert, was ein faires Praktikum kennzeichnet und welche Herausforderung die Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master mit sich bringt."Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels gewinnt das Thema 'Gute Praktika' an Bedeutung", sagte Christa Sedlatschek, Geschäftsführerin von INQA in ihrer Begrüßungsrede. Der faire Umgang mit dem beruflichen Nachwuchs sei eine Chance für Unternehmen, sich einen hohen Image- und Wettbewerbsvorteil zu verschaffen und sich für die Zukunft zu rüsten, unterstrich Sedlatschek. Um diese Chancen nutzen zu können, bedürfe es des entsprechenden Rüstzeugs, ergänzte Tanja Kewes, Geschäftsführende Redakteurin von Handelsblatt Junge Karriere. "Die Initiative Fair Company hat ganz konkrete Kriterien formuliert, die bereits in über 1000 Unternehmen Anwendung finden. Diese Arbeitgeber zeichnen sich dadurch aus, dass sie keine Vollzeitstellen durch Praktika substituieren und Berufseinsteigern eine echte Orientierungshilfe bieten", sagte Kewes.Dass die Vergabe von Praktika für Unternehmen keine gesellschaftliche Pflichtübung sei, sondern Teil ihrer strategischen Personalplanung, betonten die anwesenden Vertreter der Privatwirtschaft in Vorträgen und Diskussionen. "Praktikanten stehen bei uns die Türen offen, und wir behandeln sie von Anfang an fair. Schließlich ist das Praktikum ein wichtiger Weg, um Berufseinsteiger für den DB-Konzern zu interessieren und langfristig an unser Unternehmen zu binden", sagte Margret Suckale, Vorstand bei der Deutschen Bahn. Auch die unter den Konferenzteilnehmern durchgeführte TED-Umfrage ergab, dass 84 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass Praktika vor allem der Rekrutierung junger Talente dienen.Im Umgang mit dem Fach- und Führungskräftenachwuchs würden die Unternehmen in Zukunft mit einem ganz neuen Selbstbewusstsein der Bewerber konfrontiert, so die Prognose von Maria Hormann. Die ehemalige Praktikantin, die wegen unangemessener Vergütung erfolgreich gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber geklagt hat, sagte: "Der Kampf um die besten Köpfe wird sich weiter verschärfen und dazu führen, dass den Berufseinsteigern immer bewusster wird, was ihre Arbeit wert ist."Downloads
Werden Praktikanten ausgenutzt? - Ergebnisse der neueren Forschung
Dr. Beate Beermann, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Ein fairer Berufseinstieg - die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen
Margret Suckale, Vorstand DB Mobility Logistics AG
Qualität im Praktikum: Die Position der Europäischen Kommission
Christiane Westphal Politikkoordinatorin Jugend, Humankapital, Soziale Eingliederung
Bildmaterial zur Veranstaltung finden Sie auf der INQA Foto-Datenbank unter www.inqa-fotos.de.
Dieser Artikel ist erschienen am 21.10.2008

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