Uni-Ranking

Die besten Hochschulen 2009

Britta Mersch, Carola Sonnet
Foto: © Junge Karriere Nr. 05
Um Studienanfänger auf die Anforderungen ihres Fachs vorzubereiten, hat die RWTH Aachen für einige Fächer "Self Assessments" eingeführt, mit denen Interessierte vor Beginn des Studiums testen können, ob sie ein Studium in Maschinenbau, Informatik oder Physik überhaupt schaffen können. "Das Vordiplom ist hart", sagt Georg Eichmüller, der im zwölften Semester Maschinenbau in Aachen studiert, "nach der Schule musste ich mich ganz schön umstellen." Jetzt, im Hauptstudium, habe er sich an das Pensum gewöhnt, die schlimmen Klausuren hat er hinter sich gebracht: "Die ziehen das Studium bei manchen aber ganz schön in die Länge."
Viele Personaler sind dem Bachelor gegenüber noch skeptischWer jetzt ein Studium beginnt, wird noch weniger geschont. Die neuen Abschlüsse Bachelor und Master machen das Leben für Studienanfänger nicht gerade leichter. Überall wird der Inhalt reduziert und modularisiert, schießen neue Masterprogramme aus dem Boden und werden die letzten Diplomzeugnisse ausgehändigt. In nur sechs Semestern sollen die Studenten optimalerweise den ersten berufsqualifizierenden Abschluss erreichen, den Bachelor. 75 Prozent der Studiengänge sind inzwischen auf die neuen Abschlüsse umgestellt. Die ersten Bachelor-Absolventen streben auf den angespannten Arbeitsmarkt und stehen der großen Skepsis der Arbeitgeber gegenüber. Gerade von der fehlenden Praxiserfahrung und der Fachkenntnis der neuen Absolventen im Vergleich zu ihren Konkurrenten mit Diplom sind die Personalchefs nicht überzeugt (siehe Grafik).Besonders in den Ingenieurwissenschaften hat sich der Bachelor noch nicht durchgesetzt. Von den Elektrotechnikern, Maschinenbauern und Wirtschaftsingenieuren verlangen viele Unternehmen das Diplom - und selbst der Master kann da noch nicht mithalten. Das Ranking zeigt: Die Bedeutung des Diploms ist im Vergleich zum Vorjahr sogar noch gestiegen.Der neue Abschluss humpelt nochDas Ergebnis verwundert kaum. "Nicht überall ist die Umstellung gut gelungen", sagt Christiane Konegen-Grenier, Referentin für Hochschule am Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. Einige besonders gute Studiengänge hätten das gesamte Angebot neu aufgebaut, in anderen Fällen dagegen sei nur gekürzt worden: "Die Hochschulen müssen überlegen, was die grundlegenden Inhalte ihrer Fächer sind."In den kommenden Jahren wird deshalb ein Umdenken stattfinden müssen - nicht nur an den Hochschulen, sondern auch in den Firmen. Denn die Diplom-Studiengänge laufen allmählich aus. Das Ranking zeigt aber auch: Bachelor-Absolventen müssen nicht gleich den Kopf in den Sand stecken, viele Unternehmen urteilen nicht nach dem Abschluss, sondern nach den Qualifikationen der Bewerber: "Wir haben keine Jobs speziell für Absolventen mit Diplom, Bachelor oder Master", sagt Alfred Quenzler, Leiter für Personalmarketing, Recruiting und Nachwuchsprogramme bei Audi, "je nach Qualifikation starten sie im Unternehmen als Direkteinsteiger oder absolvieren zunächst das Internationale Traineeprogramm." Rund 1700 Absolventen hat das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren eingestellt, in diesem Jahr werden es wegen der Finanzkrise nur 300 sein.Personaler blicken positiv in die ZukunftÄhnlich wie Audi geht es im Moment vielen Unternehmen. Die meisten müssen die Anzahl der geplanten Einstellungen deutlich zurückschrauben. Die Mehrzahl der befragten Unternehmen plant, 2009 lediglich 50 Mitarbeiter oder weniger einzustellen. Gute Chancen haben vor allem Informatiker und Betriebswirte. Der Arbeitsmarkt sieht zurzeit nicht gut aus, das zeigt sich in allen Branchen. Jedoch gibt es bereits verhaltenen Optimismus: Trotz der Krise sind zwei Drittel der befragten Personalchefs davon überzeugt, dass die Situation zukünftig wieder besser oder sogar viel besser sein wird.

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