Eric Cornuel, Chef des Netzwerks EFMD, sieht MBA-Anbieter in der Pflicht, innovative, kreative Wirtschaftsführer auszubilden. Business Schools sollten sich deshalb verstärkt darauf konzentrieren, verantwortungsbewusstes und wirtschaftliches Handeln zu vermitteln.
Sind Business Schools Schuld an der aktuellen Wirtschaftskrise? Haben sie Techniken, Methoden und Ansätze gelehrt, die unverantwortliches und gefährliches Verhalten zur Folge hatten? Nein, das haben sie nicht.Der Ehrenvorsitzende der European Foundation for Management Development (EFMD) Gerard van Schaik findet die Vorstellung unsinnig, Business Schools brächten zwangsläufig die Manager hervor, die den Schlamassel produziert haben, in dem wir gerade stecken. Viel von dem, was in der jüngsten Vergangenheit passiert sei, habe mit Unehrlichkeit und Sittenlosigkeit zu tun, sagt er. Die Business Schools könnten nicht dafür verantwortlich gemacht werden, unwissentlich eine begrenzte Zahl an Betrügern unter den vielen Tausenden von anständigen und unbestechlichen Managern ausgebildet zu haben.Die Exzesse, die wir im Verhalten von Managern sahen (und teilweise immer noch sehen) - wie Betrug im großen Stil, Umweltvergehen, prahlerisch zur Schau gestellte Gehälter und Boni -, sind nicht das Ergebnis der Managementausbildung, sondern Teil der Geschäftswelt. Überheblichkeit und Gier gibt es überall. Sie gehören zur menschlichen Natur.Business Schools müssen sich Gedanken machen Trotzdem würde es den Business Schools sicherlich nicht schaden, wenn sie einen genaueren Blick darauf werfen würden, was sie tun und in der Vergangenheit getan haben. Wie Gerard van Schaik wiederum sagt, könnten sie sich selbst fragen, ob sie nicht gelegentlich dazu neigen, die neuesten Trends und Moden in der Wirtschaft zu leicht als gegeben hinzunehmen.Und sie könnten sich vielleicht sogar Gedanken darüber machen, ob sie nicht letztlich dazu beitragen, diese weiterzuentwickeln - ohne genau nachzuforschen, wohin das am Ende führen könnte. Betrachtet man die jüngste Vergangenheit, dann könnte man als Beispiele für derlei Trends etwa die Konzentration auf die Aktionäre, die Anreizsysteme oder die Entwicklung von Finanzprodukten aufzählen.Natürlich müssen sich die Business Schools mehr anstrengen, die Botschaft für ein verantwortungsvolles, ethisches und wirtschaftliches Handeln zu vermitteln. Banker haben schließlich mit Geld gespielt, das ihnen nicht gehörte. Viele glauben, dass die Business Schools erst vor kurzem die Themen Ethik und Werte in ihre Unterrichtspläne aufgenommen haben - als Antwort auf diverse Unternehmensskandale. Sie sind aber schon seit Jahrzehnten Teil der MBA-Programme.
Burnout: Durch prominente Beispiele in Sport und Management 2011 so richtig hochgekocht, bleibt das Thema heiß. Denn wer auf eine medizinische Lösung des Problems hofft, der hofft vergebens. Noch ist das Krankheitsbild nicht genau definiert.
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Foto: G. Altmann/Pixelio
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