Fachhochschulen bilden für die Praxis aus, Universitäten für die Wissenschaft. Doch was passiert, wenn FH-Absolventen promovieren wollen? Mit viel Engagement kann es gelingen, auch als Praktiker einen Doktortitel zu erlangen.
Simon Land hat an der ESB Reutlingen Internationale Betriebswirtschaft studiert, mit Stationen in Frankreich und Boston. Nach seinem Studium stieg der 28-Jährige in einer renommierten Unternehmensberatung ein - und wurde nach zwei Jahren Berufstätigkeit von seinem Arbeitgeber freigestellt, um eine Promotion oder einen MBA zu machen.Sogar das Gehalt sollte für ein Jahr voll weitergezahlt werden: "Diese Möglichkeit hat mir natürlich gleich gefallen", sagt Land. Er wollte auf jeden Fall seinen Doktor machen. Doch so einfach war das nicht. Sein Problem: Seine Alma Mater, die ESB, ist eine Fachhochschule.Für FH-Absolventen liegen die Hürden bis zum Doktortitel höher als für die von der Universität: Wer promovieren möchte, muss immer einen sehr guten Abschluss vorweisen, viel Selbstdisziplin mitbringen und Interesse an ungelösten Forschungsfragen zeigen - nur so gelingt es, einen Professor als Doktorvater zu gewinnen.Fachhochschulen bilden traditionell für die Praxis aus, die Professoren dürfen generell keine Doktorarbeiten betreuen. Wenn deren Absolventen nach einem gelungenen Studienabschluss promovieren möchten, müssen sie sich häufig lange engagieren, um das tun zu können. Eine einheitliche Regelung gibt es nicht. Wie die Promotionswege für FH-Absolventen geregelt sind, hängt von den Promotionsordnungen der einzelnen Hochschulen ab (siehe Seite 5).FH-Absolventen haben hohe Hürden zu bezwingenSchon die Suche nach einer geeigneten Uni war für Simon Land schwierig: "Nicht alle Unis sind offen für FH-Absolventen", sagt er, "viele errichten hohe Hürden." Er konnte die Anforderungen noch gut bewältigen: Um an der RWTH Aachen promovieren zu können, musste er lediglich zwei Prüfungen aus dem Hauptstudium nachholen und einen Vortrag auf einer internationalen Konferenz halten.Doch er kennt die Probleme, mit denen FH-Absolventen kämpfen müssen, gut: "Viele Fakultäten formulieren sehr strikte Vorgaben", sagt der Doktorand, "und sind nicht offen gegenüber FH-Absolventen." Einige lassen sie sogar fast das ganze Uni-Hauptstudium wiederholen.Die Zahlen sprechen für sich: Pro Jahr schließen in Deutschland rund 24000 Doktoranden eine Promotion ab. Von ihnen stammen aber nur rund 500 von einer FH. Doch es gibt Hoffnung: Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) erhebt regelmäßig die Rahmenbedingungen für die Promotion von Bachelor-Absolventen und Diplomanden, die von der FH kommen.Die aktuelle Erhebung wird in Kürze veröffentlicht. Die letzte Studie, die im März 2006 durchgeführt wurde, zeigte aber schon, dass immer mehr FH-Absolventen zur Promotion zugelassen werden: Die Zahl der Kandidaten ist von 153 im Erhebungszeitraum 1996/97 auf mehr als 1000 im Jahr 2005/06 gestiegen: "Die Rahmenbedingungen verbessern sich", sagt Jan Rathjen, der bei der HRK den Bereich Bildung leitet.
Deutschland ade: Unternehmen verlagern Produktion, Verwaltung und Forschung in alle Welt – weil Schwellenländer wettbewerbsfähiger werden und Manager durch Herkunft und Werdegang so weltoffene wie nüchterne Kalkulierer sind wie keine Generation vor ihnen.
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Unternehmen aus Zukunftsberufsfeldern decken ihren Fachkräftebedarf am leichtesten in den drei Großstädten, während sie in München und Stuttgart händeringend danach suchen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Langzeitstudie von karriere.de.
Foto: G. Altmann/Pixelio
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