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Bewerbungswiki

Versetzungsklauseln

Quer durch Deutschland oder auch nur in eine andere Abteilung versetzt werden – ob das der Arbeitgeber ohne weiteres darf, hängt unter anderem von den Formulierungen im Arbeitsvertrag ab.
Faustregel: Je genauer die Jobbeschreibung und Benennung des Einsatzortes, desto schwerer lässt sich der Mitarbeiter umtopfen. Das wissen inzwischen auch die Unternehmen und halten mit so genannten Versetzungsklauseln dagegen: "Nahezu jeder Arbeitsvertrag enthält mittlerweile eine Versetzungs- oder Mobilitätsklausel, mit der sich der Arbeitgeber vorbehält, einen Mitarbeiter auch für andere Aufgaben, Projekte und Abteilungen oder an anderen Standorten einzusetzen", sagt Pia Alexa Becker, Fachanwältin für Arbeitsrecht in München.

Gerade Berufseinsteiger sollten sich davor hüten, bei den Vertragsverhandlungen an solchen Klauseln herum zu mäkeln: Denn damit signalisiert man seinem zukünftigen Chef, dass man nicht mobil und flexibel ist. 

Enthält der Arbeitsvertrag keine Versetzungsklausel, muss der Chef immer eine Änderungskündigung aussprechen, wenn er einen Mitarbeiter versetzen will. Wer sich vor einer Versetzung schon vor Jobbeginn schützen will, sollte vor allem auf eine möglichst exakte Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitsvertrag achten: "Mit einer möglichst konkreten Beschreibung der Position und den dazugehörigen Aufgaben kann ich den Versetzungsspielraum des Arbeitgebers einschränken", sagt Arbeitsrechtexpertin Becker. "Das hindert den Chef aber nicht daran, mich im Rahmen seines Weisungsrechts auf einen gleichwertigen, zumutbaren Arbeitsplatz zu versetzen."

Generell müssen Versetzungsklauseln transparent und angemessen sein.

Die Rechtsprechung hierzu ist vielfältig und voller Tücken – für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Arbeitnehmer sollten immer aufpassen, ob sie sich vorschnell auf die Unwirksamkeit der Versetzungsklausel berufen. In einem späteren Prozess um eine betriebsbedingte Kündigung könnte das dazu führen, dass der Arbeitgeber die Sozialauswahl der zu kündigenden Mitarbeiter nur zwischen einem kleineren Personenkreis durchführen muss.
Dieser Artikel ist erschienen am 27.05.2014

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