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Bewerbungswiki

Stellengesuch (Schritt für Schritt)

Überschrift und Text müssen Schlüsselqualifikationen und Bewerberprofil auf den Punkt bringen.
Ein eigenes Stellengesuch aufzugeben, ist die kürzeste Form der >>> Initiativbewerbung. Vor allem für >>> gefragte Fach- und Führungskräfte kann sich die Investition in eine eigene Annonce auf der Suche nach dem Traumjob durchaus rentieren.

Um die Erfolgschancen der Werbung in eigener Sache zu erhöhen, rät Karriereberater Jürgen Hesse, Leiter des Büros für Berufsstrategie Hesse/Schrader, folgende Schritte auf dem Weg zu einer aussagekräftigen Annonce zu beachten:

Schritt 1: Das passende Medium suchen

Internet-Jobbörse, regionale Tageszeitung oder Fachmagazin – wo Sie Ihr Stellengesuch schalten, hängt vor allem von Ihren persönlichen Vorlieben und Ihrem Profil ab. Sind Sie örtlich gebunden und suchen einen neuen Arbeitsplatz nur in einer bestimmten Region, bittet sich ein Inserat in den Regionalzeitungen an. Wer eine Wunschbranche hat oder einer bestimmten Berufsgruppe angehört, wird eher in entsprechenden Fachmagazinen Erfolg haben, beispielsweise Ingenieure in den VDI-Nachrichten, Mediziner und Geisteswissenschaftler in der Zeit und Betriebs- und Volkswirte im Handelsblatt.

Schritt 2: Einen kurzen, informativen Text formulieren

Kurz, präzise und auf den Punkt – den Text eines Inserats zu formulieren, ist ganz sicher keine leichte Aufgabe. „Sagen Sie einfach, was Sie können – ohne Übertreibungen oder abgedroschene >>> Standardfloskeln wie "Suche neuen Wirkungskreis und interessante Aufgaben", empfiehlt Bewerbungsexperte Hesse.

Der Fließtext sollte folgende Punkte auf jeden Fall enthalten:

  • Bewerberdaten (Alter, Geschlecht und eventuell Wohnort)
  • genaue Angabe dessen, was Sie suchen
  • Schlüsselqualifikationen (z.B. Abschlüsse, berufliche Erfahrungen)
  • Jobschwerpunkte und Erfolge
  • eventuell Angaben zur >>> Mobilität
  • eventuell Angaben zum >>> Wechselgrund bzw. Hinweis auf ungekündigte Stellung

Schritt 3: Überschrift finden, die fesselt und neugierig macht

Die Überschrift ist der wichtigste Eye Catcher für das Stellengesuch. Sie muss einem Personaler beim Überfliegen der Stellenanzeigen-Seiten in Zeitung oder Internet sofort ins Auge stechen – und auf einen Blick die wichtigste Information über den Bewerber verraten.

Beispiele: Bauingenieur, Fachrichtung Verkehrswesen, Diplom-Betriebswirtin mit Schwerpunkt Rechnungswesen/Controlling oder Krankenschwester mit langjähriger Erfahrung

Besser nicht: Auf peinliche Übertreibungen wie "Vollprofi" oder "Top-Nachwuchsmanager" sollten Sie ebenso verzichten wie auf verzweifelte Hilferufe à la "Hilfe, ich suche dringend neue Stelle". "Beide Varianten wirken unseriös und schrecken Personaler ab", so Hesse.

Schritt 4: Stellenanzeige schalten

Ist das Stellengesuch formuliert, sollten Sie überlegen, wie potenzielle Arbeitgeber mit Ihnen bei Interesse in Kontakt treten können. Üblich sind häufig Chiffre-Anzeigen, um die Privatsphäre des Bewerbers zu schützen – beispielsweise, wenn er sich aus einer ungekündigten Stelle heraus bewirbt.

Für einen eventuell interessierten Personaler ist es allerdings angenehmer, wenn er spontan zum Telefonhörer greifen kann oder zumindest per E-Mail mit einem interessanten Jobkandidaten in Kontakt treten kann.

Bewerbungsexperten raten daher dazu, sich beispielsweise speziell für das Inserat eine eigene E-Mail-Adresse einzurichten.

Wichtig: Wählen Sie eine >>> seriöse Mailadresse, die möglichst Ihren Namen enthalten sollte, beispielsweise vorname.nachname@provider.de, oder Varianten davon.

Das Marketing in eigener Sache hat natürlich seinen Preis. Und der hängt neben dem gewählten Medium auch von der Größe der Anzeige ab. Faustregel: Zehn bis 20 Prozent des angestrebten Bruttogehalts pro Monat sollte man in ein Stellengesuch investieren. Die Bundesagentur für Arbeit beteiligt sich unter bestimmten Voraussetzungen an den Kosten. (>>> Kostenübernahme Arbeitsagentur)


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Dieser Artikel ist erschienen am 07.07.2014

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