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Bewerbungswiki

Probezeit II: Fettnäpfchen vermeiden

Wer eine neue Stelle antritt, muss sich nicht nur fachlich beweisen, sondern auch die internen Spielregeln und die Unternehmenskultur erst lernen.
Dabei sollten Neulinge in einem Unternehmen die ersten 100 Tage im Job ganz besonders ernst nehmen – und drohende Fettnäpfchen geschickt umschiffen.

Aufgaben erfüllen: In den ersten Wochen bekommen Berufsanfänger, aber auch erfahrene Neulinge in einem Unternehmen häufig auch kleinere und vermeintlich weniger wichtige Projekte und Aufgaben auf den Schreibtisch. Trotzdem sollten Sie sich auf jede neue Tätigkeit voll konzentrieren und mit Leistungsbereitschaft und Engagement überzeugen.

Unbedacht Duzen: Sicher ist es unangenehm, wenn alle Kollegen sich duzen – und nur man selber wird noch mit "Sie" angesprochen. Trotzdem sollten sich Arbeitnehmer in den ersten Wochen nicht dazu verführen lassen, jedem bei der ersten Begegnung gleich das "Du" anzubieten. Wer neu in einer Firma ist, verletzt in den allermeisten Fällen die Spielregeln, wenn er dabei selber die Initiative ergreift. Lieber abwarten. Wenn es üblich ist, sich in der Abteilung oder im Team mit dem Vornamen anzureden, wird man früher oder später auch den Neuling mit einbeziehen.

Mitlästern: Viel hören, wenig sagen. Das sollte die oberste Regel in den ersten Wochen im neuen Unternehmen sein. Auch wenn in Kantine und Flur viel gequatscht und getratscht wird, sollten sich Neulinge komplett in Sachen Flurfunk raushalten und sich jeden Kommentar sparen. (>>> Diskretion) 

Unpünktlich sein: Im Stau gestanden, Zug verpasst, verschlafen – das kann einem auch einmal in den ersten Wochen passieren, sollte aber auf gar keinen Fall zur Gewohnheit werden. Auch auf die genaue Einhaltung von vereinbarten Abgabeterminen für Ihre Aufgaben sollten Sie besonders am Anfang sehr genau achten: Wer mehr Zeit für ein übertragenes Projekt braucht, als ursprünglich eingeplant, sollte seinen Vorgesetzten rechtzeitig informieren – und nicht warten, bis dieser die fertigen Aufgaben einfordert.

Besserwisserei: "Das haben wir in meiner alten Firma aber ganz anderes gemacht." Solche und ähnliche Sprüche sollte sich ein Neuer in der Probezeit tunlichst verkneifen. Generell ist es angebracht, Kritik am neuen Arbeitsplatz sehr vorsichtig und mit Bedacht zu äußern – und möglichst geschickt als konstruktive Verbesserungsvorschläge zu verpacken. Kein Vorgesetzter oder Kollege weiß einen neuen Mitarbeiter zu schätzen, der gleich in den ersten Wochen alles besser weiß und den ganzen Betriebsablauf umkrempeln will. Daher: Erstmal beobachten und eventuell auf Nachfrage in einem späteren Feedback-Gespräch mit neuen Ideen raus rücken.

Umgang mit Fehlern und Kritik: Gerade am Anfang macht jeder mal einen Fehler im neuen Job. Wenn Kritik kommt, diese nicht persönlich nehmen, sondern den sachlichen Kern sehen. Wichtig: Passiert Ihnen gerade in der Probezeit ein Fehler, bloß nicht vertuschen, sondern am besten offen dazu stehen.

Feedback: Mit einem Feedback-Gespräch bis kurz vor Ende der Probezeit zu warten, ist ein Fehler. Denn dann ist es unter Umständen zu spät, um auf mögliche Kritik noch zu reagieren. In vielen Unternehmen gehören wöchentliche "Jour Fixe", in denen Ergebnisse, aktuelle Projekte und Fragen besprochen werden, zum Arbeitsalltag – oder auch ein offizielles Gespräch nach den ersten sechs bis acht Wochen im neuen Job. Ist nichts dergleichen vorgesehen, suchen Sie aktiv den Kontakt zu Ihrem Vorgesetzten und bitten Sie Ihn um eine Einschätzung Ihrer Arbeit.
Dieser Artikel ist erschienen am 27.05.2014

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