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Bewerbungswiki

Kündigungsfrist

Neben Gehalt, Arbeitszeit und Tätigkeitsbeschreibung sind auch die Kündigungsfristen wichtiger Bestandteil des Arbeitsvertrags. Generell kann sich die geltende Kündigungsfrist aus dem Arbeitsvertrag, dem geltenden Tarifvertrag oder dem Gesetz ergeben.
Gesetzliche Kündigungsfristen nach § 622 BGB

Die gesetzliche Mindestkündigungsfrist beträgt vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende. Diese Frist kann durch einen Arbeitsvertrag oder einen Tarifvertrag nicht verkürzt, aber verlängert werden. Innerhalb der Probezeit ist eine ordentliche Kündigung mit einer Frist von nur zwei Wochen möglich. Selbst am letzten Tag der Probezeit können Arbeitgeber oder Arbeitnehmer noch kündigen; das Arbeitsverhältnis endet dann nach der zweiwöchigen Kündigungsfrist – zeitlich also nach Ende der Probezeit.

Treue wird belohnt

Möchte ein Unternehmen einen Mitarbeiter kündigen, muss er bei der gesetzlichen Kündigungsfrist auch die Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers berücksichtigen. Denn je länger er oder sie bereits für das Unternehmen tätig ist, desto länger die gesetzliche Mindestkündigungsfrist.

Eine Übersicht (nach § 622 BGB)

 Betriebszugehörigkeit          Kündigungsfrist
 zwei Jahre    ein Monat zum Ende des Kalendermonats
 fünf Jahre    zwei Monate zum Ende des Kalendermonats
 acht Jahre    drei Monate zum Ende des Kalendermonats
 zehn Jahre    vier Monate zum Ende des Kalendermonats
 zwölf Jahre    fünf Monate zum Ende des Kalendermonats
 15 Jahre    sechs Monate zum Ende des Kalendermonats
 20 Jahre    sieben Monate zum Ende des Kalendermonats
 

Individuelle Kündigungsfristen im Arbeitsvertrag

In vielen Arbeitsverträgen einigen sich Arbeitnehmer und Unternehmen auf längere Kündigungsfristen. Dabei gilt: Sie darf für den Arbeitnehmer nicht länger sein, als für den Arbeitgeber. Eine solche Klausel wäre unwirksam.

Ob eine lange Kündigungsfrist im Arbeitsvertrag eher Segen oder Fluch ist, hängt letztlich von der persönlichen Erwartung und Situation des Arbeitnehmers ab. Wer etwa besonderen Wert auf Sicherheit legt, versucht eine möglichst lange Frist mit seinem künftigen Arbeitgeber auszuhandeln. Im Falle einer Kündigung läuft das Gehalt dann monatelang weiter, meist in Verbindung mit einer Freistellung. Zu lange sollte die Frist allerdings nicht sein, zumindest bei Mitarbeitern die noch einmal wechseln möchten. Die wenigsten Arbeitgeber möchten neun oder gar zwölf Monate warten, bis der neue Mitarbeiter endlich anfangen kann.

Führungskräfte, die schon längere Zeit in einem Unternehmen tätig sind, haben meist entsprechend lange Kündigungsfristen. Üblich sind sechs Monaten zum Quartal oder zum Monatsende. Aber auch Kündigungsfristen von einem Jahr zum Monatsende oder Quartal sind in einigen Unternehmen durchaus üblich.

Dieser Artikel ist erschienen am 13.02.2014

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