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Bewerbungswiki

Hobbies | Interessen

Was Bewerber in ihrer Freizeit machen, ist keine Pflichtangabe im Lebenslauf, formt aber das Bewerberprofil mit.
Im Lebenslauf Hobbies und Interessen zu nennen, ist sicherlich kein Muss. Dennoch raten die meisten Karriereexperten dazu, da es das Bild eines Bewerbers und seiner Persönlichkeit abrundet, wenn er etwas für seine privaten Freizeitaktivitäten preisgibt.

Für den Personaler bieten zudem manche Interessen auch einen netten Anknüpfungspunkt für den Small talk und die Begrüßung beim Vorstellungsgespräch. So lässt sich das Eis zu brechen und eine lockere Gesprächsatmosphäre  gestalten.

Bei der Wahrheit bleiben

Auch wenn es um Hobbies und Interessen geht, sollten Bewerber nicht flunkern. Spätestens im Jobinterview besteht die Gefahr, dass die Lüge auffliegt, wenn ein Bewerber Hobbies auflistet, die vermeintlich cool oder besonders gebildet rüberkommen sollen. Wer sich beispielsweise als Kultur- oder Theaterfan ausgibt – und auf Nachfrage nicht sagen kann, in welchem Stück oder Museum er zuletzt war, oder wer behauptet, er segele – und versteht einfachste Fachbegriffe nicht – der entlarvt sich schnell als Blender. Und katapultiert sich damit unter Umständen sofort ins Aus.

Tauchen, Lesen, Carrerabahn: Auf die Auswahl kommt es an

Bei der Auswahl der Interessen für den Lebenslauf sollten sich Bewerber vorher über die generelle Wirkung mancher Hobbies und Aktivitäten Gedanken machen, rät Bewerbungsberater Jürgen Hesse aus Berlin. Schließlich sollten möglichst auch die angegebenen Interessen eine Aussagekraft für die angestrebte Jobposition haben oder zumindest eine bestimmte Fähigkeit oder Kompetenz des Bewerbers unterstreichen.

"Selbst wenn man privat leidenschaftlich an seiner elektrischen Eisenbahn bastelt oder Carrerabahnen sammelt, hat das für eine Bewerbung wenig Relevanz – und gehört damit nicht in einen Lebenslauf“, so Hesse. Auch Allerwelts-Hobbys wie Lesen und Reisen sind sicherlich keine echten Eye Catcher – aber selbst dann sollten Bewerber auf Nachfrage spontan sagen können, welches Buch man auf seinem Nachtisch findet oder wohin die letzte Reise ging bzw. ob man ein Lieblingsland hat und warum.

Gut kommen beispielsweise >>> sportliche Aktivitäten, das Spielen eines Musik-Instruments oder >>> soziales Engagement, etwa als Trainer in einem Sportverein, an. "Solche Aktivitäten haben einen positiven Imageeffekt, wenn sie nicht zu zeitintensiv rüberkommen", sagt Jürgen Hesse.

Manchmal können private Leidenschaften sogar das Zünglein an der Waage sein, weiß der Karriereberater aus der Praxis zu berichten: "Ein junger Chirurg hat seine neue Stelle letztlich deshalb bekommen, weil er in seiner Freizeit mit Leidenschaft alte Fotokameras reparierte und restaurierte. Dieses filigrane Hobby, das viel Fingerfertigkeit benötigt, unterstrich das >>> Bewerberprofil des Mediziners perfekt."

Dieser Artikel ist erschienen am 07.07.2014

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