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Bewerbungswiki

Bewerbungskosten absetzen

Bewerben ist teuer – und häufig bleiben Jobsuchende zumindest auf einem Teil der Kosten sitzen.
An Ausgaben, die ein Bewerber weder vom einladenden Unternehmen noch von der Arbeitsagentur (>>> Kostenerstattung Arbeitsagentur) erstattet bekommt, kann er das Finanzamt beteiligen. Sie sind als Werbungskosten in der Steuererklärung absetzbar – und zwar unabhängig davon, ob die Bewerbung erfolgreich war oder nicht.

Später profitieren

Nicht nur aktuell Berufstätige können ihre Bewerbungskosten absetzen, sondern auch angehende Auszubildende, Studenten und Absolventen, die im letzten Studienjahr noch keine oder kaum Einnahmen haben, sehr wohl aber Ausgaben für die Jobsuche. Sie machen ihre Bewerbungskosten als so genannte >>> vorweggenommene Werbungskosten in der jährlichen Steuerklärung geltend. 

Das Finanzamt erkennt unter anderem folgende Bewerbungskosten an:

Ausgaben für... 

Anzug und Kostüm nicht absetzbar

Nicht abzugsfähig sind Aufwendungen für Kleidung, die Sie speziell für das Bewerbungsfoto oder das Vorstellungsgespräch gekauft haben. (>>> Kleidung)

Eine Obergrenze für Bewerbungskosten gibt es nicht.

Bewerber müssen ihre Kosten dem Finanzamt aber nachweisen und glaubhaft machen. Deshalb empfiehlt es sich, Quittungen und Belege zu sammeln sowie eventuell die Einladungen zu den Jobgesprächen mit bei der Steuererklärung einzureichen. Wer keine Quittungen mehr hat, darf auch in bestimmten Grenzen seine Bewerbungsausgaben schätzen. Laut einem Urteil des Landessozialgerichts Hessen werden für eine Bewerbungsmappe pauschal 8,50 Euro akzeptiert, für eine Online-Bewerbung 2,50 Euro. Der Jobsuchende muss allerdings die Zahl der Bewerbungen nachweisen, etwa durch eine Liste der Unternehmen.
Dieser Artikel ist erschienen am 14.04.2014

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