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Bewerbungswiki

Arbeitslosigkeit

Fortbildungen, Sprachkurse oder ehrenamtliches Engagement werten eine Jobpause wegen Arbeitslosigkeit auf.
Wer momentan arbeitslos ist, sollte das nicht explizit im Anschreiben oder Lebenslauf schreiben. "Arbeitslosigkeit erschreckt die meisten Arbeitgeber, deshalb müssen Bewerber mit diesem Thema sehr sensibel umgehen", sagt Jürgen Hesse, Leiter des Büros für Berufsstrategie Hesse/Schrader und Buchautor.

Geschickte Kandidaten tarnen die aktuelle Arbeitslosigkeit – beispielsweise indem sie eine Fortbildung machen, eine Sprachschule besuchen oder sich an einer Fernhochschule einschreiben. Auch eine Auszeit, um sich ehrenamtlich zu engagieren, sich beruflich neu zu orientieren und sich familiär mehr einzubringen, sei es bei der Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen können Wege sein, eine unschöne Lücke im Lebenslauf wegen Arbeitslosigkeit aufzuhübschen. "Das alles ist besser als die Worte 'Ich bin arbeitslos' – auch wenn es de Facto natürlich stimmt", sagt Hesse.

Praktika und Nebenjob für Hochschulabsolventen

Im Vorstellungsgespräch wird das Thema natürlich sicherlich vertieft – deshalb sollten Bewerber im Lebenslauf nicht das Blaue vom Himmel erzählen, sondern möglichst nah an der Wahrheit bleiben, wenn es um die Tarnung der Jobsuche geht.

Das gilt generell auch für Hochschulabsolventen, die nach dem Studium den Einstieg ins Berufsleben suchen. Sie könnten die Zeit bis zum Jobstart beispielsweise auch sinnvoll mit einem Auslandsaufenthalt, einem Praktikum oder einem möglichst berufsbezogenen Nebenjob fühlen. Das hört sich wesentlich besser an als "arbeitssuchend".

Im Jobgespräch müssen arbeitslose Bewerber auch damit rechnen, nach dem Grund für das Ausscheiden aus dem bisherigen Unternehmen gefragt zu werden. (>>> Kündigung im Lebenslauf)

Ab einem Jahr wird es problematisch

Wer nur kurze Zeit zwischen zwei Arbeitsstellen arbeitslos ist, hat kaum Nachteile bei der Bewerbung zu befürchten. "Bis zu vier Monaten Jobsuche sind völlig normal, da wird kein Personaler drüber stolpern", sagt Karriereberater Hesse. Problematisch und daher erklärungsbedürftig wird es allerdings, wenn ein Bewerber länger als ein Jahr ohne Anstellung ist.

Tipp: Auf einen >>> amerikanischen Lebenslauf, der mit der aktuellen Position startet, sollten Arbeitslose auf jeden Fall verzichten, sondern lieber einen klassischen, >>> chronologischen Aufbau bevorzugen. So fällt das Manko, nicht direkt ins Auge.
Dieser Artikel ist erschienen am 07.07.2014

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