Langes Studium, schlechte Noten, große Lücken? Fast jeder Bewerber hat einen Makel im Lebenslauf. Doch damit muss man Personalchefs nicht ins Grübeln bringen. Mit geschickten Erklärungen stellen Sie positive Erfahrungen heraus.
Nicht immer läuft beruflich oder privat alles wie geplant. Daher suchen uns in unserer Beratungspraxis regelmäßig auch Bewerber auf, deren Entwicklung nicht so gradlinig verlaufen ist. Wenn Personaler beim Lesen von Bewerbungen ins Grübeln kommen, haben die Kandidaten es schwer: Allzu leicht wird ihnen Ziellosigkeit, mangelndes Engagement oder sogar unterdurchschnittliche Leistungsbereitschaft unterstellt. Daher müssen Lebensläufe von Stolpersteinen befreit werden.Typische Stolpersteine sind Studienabbruch, Leerlauf zwischen den einzelnen Stationen, schlechte Noten, lange Studienzeiten, unpassende Praktika oder kurze Beschäftigungszeiten. Diese Stolpersteine kann man aber meist durch eine geschickte Darstellung ausräumen.Wurde vor dem erfolgreich abgeschlossenen Zweitstudium ein Erststudium abgebrochen, gilt es zu differenzieren. War das Erststudium nur sehr kurz, wird es im Lebenslauf mit Zeitangaben knapp in nur einer Zeile abgehakt, weitschweifige Entschuldigungen im Anschreiben oder die Nennung von Abbruchgründen schaden hier eher. Ein längeres Erststudium ohne Abschluss sollte mit seinen positiven Seiten erwähnt werden. Dann werden im Lebenslauf ausgewählte Seminare, Vorlesungen und Übungen aufgeführt. So zeigt der Bewerber, dass die Zeit für ihn nicht umsonst war. Idealerweise achtet er dabei darauf, dass die erworbenen Kenntnisse einen Bezug zur angestrebten Tätigkeit haben. So kann aus einem Malus sogar ein Bonus werden, über den andere Bewerber nicht verfügen: wenn beispielsweise ein Volkswirt auf juristische Kenntnisse aus seinem Erststudium der Rechtswissenschaften verweisen kann.Ein weiterer Stolperstein sind Lücken im Lebenslauf. Generell gilt, dass Zeiträume, die über zwei Monate hinausgehen, gefüllt werden sollten. Wer nach dem stressigen Abitur zur Belohnung auf Weltreise geht, sollte dies also nicht verschweigen. Ein Verweis auf besuchte Sprachkurse, Work-and-Travel-Aufenthalte oder in der Praxis vertiefte Sprachkenntnisse bringt echte Pluspunkte.Wer sich über seinen Studienwunsch noch nicht klar war und nach der Schule erst einmal gejobbt hat, sollte dies im Lebenslauf angeben. Der Hinweis auf "diverse Jobs" wäre hier viel zu knapp. Besser ist es, konkrete Tätigkeiten zu benennen, zum Beispiel "Verkäuferin im X&Y-Shop: Kundenberatung, Warenpflege, Reklamationsbearbeitung". Auf diese Weise hat man gleichzeitig auch nachgewiesen, dass man die gefragten Soft Skills wie Kundenorientierung und Kommunikationsstärke bereits in der Praxis eingesetzt hat.Die Kaschierung schlechter Noten erfordert mehr Aufwand. Da die Noten nicht mehr aus der Welt zu schaffen sind, gilt es, praktische Erfahrungen oder spezielle Studienkenntnisse in den Vordergrund zu stellen. Ein zusätzliches, zum angestrebten Beruf passendes Praktikum kann hier ein positives Gegengewicht setzen. Viele Unternehmen schätzen erste berufspraktische Erfahrungen sehr hoch ein. Wichtig: Lassen Sie sich Ihr Praktikum durch ein gutes Praktikumszeugnis bestätigen, so belegen Sie nachvollziehbar, dass Sie auch künftig berufliche Aufgaben meistern werden.
Deutschland ade: Unternehmen verlagern Produktion, Verwaltung und Forschung in alle Welt – weil Schwellenländer wettbewerbsfähiger werden und Manager durch Herkunft und Werdegang so weltoffene wie nüchterne Kalkulierer sind wie keine Generation vor ihnen.
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Unternehmen aus Zukunftsberufsfeldern decken ihren Fachkräftebedarf am leichtesten in den drei Großstädten, während sie in München und Stuttgart händeringend danach suchen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Langzeitstudie von karriere.de.
Foto: G. Altmann/Pixelio
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