Lebenslauf

Was ist wichtig in meinem Leben?

Tina Groll / Zeit.de
Lücken im Lebenslaufleben
Die Optik stimmt und auch der Inhalt, nur leider das perfekte Lebenslaufleben nicht? Hier ist ein Paradigmenwechsel angesagt, der sich zunehmend auch bei den schärfsten Personalern durchsetzt. Natürlich sollte eine Chronologie lückenlos sein – das heißt jedoch nicht, dass Bewerber niemals arbeitslos gewesen sein dürfen. Familienphasen und Bewerbungsphasen, Orientierungszeiten und Freiräume sollten auch als solche benannt werden – jedoch aktiv. Solange jede Erwerbsunterbrechung gut begründet ist, kann die Leerstelle sogar dazu beitragen, den Bewerber positiv zu profilieren.
Eine Orientierungszeit im Ausland zeigt Flexibilität und Internationalität, eine Familienphase spricht dafür, dass soziale Kompetenzen und auch Organisationsgeschick trainiert wurde. Wer länger arbeitslos war, hat sich möglicherweise fortgebildet – auch diese Aspekte sollten unterstrichen werden. Generell gilt: Wer offen, selbstbewusst und aktiv mit Leerstellen im Lebenslauf umgeht, hat bessere Chancen. Gelogen werden sollte auf keinen Fall.Schönen oder nicht?
Und was ist mit dem wahren Stand der Fremdsprachenkenntnisse? Sie sollten weitgehend wahrheitsgemäß eingeschätzt werden und können idealerweise mit einem entsprechenden Zertifikat wie TOEFL-Test oder IELTS-Test belegt werden. Wer Muttersprachler-Niveau angibt, aber lediglich nach dem Weg in einer Fremdsprache fragen kann, lügt. In manchen Bewerbungsprozessen wird das Fremdsprachenniveau getestet, manchmal fragt nur der künftige Chef in spe und manchmal wird gar nicht geprüft, ob das angegebene native-speaker-Niveau in Suaheli tatsächlich der Wahrheit entspricht. Peinlich wird es spätestens dann, wenn es im Job gefragt, aber nicht beherrscht wird. Das Niveau wird gemeinhin in den Abstufungen: Muttersprache, fließend in Wort und Schrift sowie Grundkenntnisse angegeben.
Das Foto
Der Anti-Diskriminierung sei Dank ist das Foto nicht mehr Pflicht. Jedoch wollen die meisten Personaler schon einen ersten Eindruck vom Bewerber haben und die Chancen auf ein Vorstellungsgespräch erhöhen sich in der Regel, wenn man dem aussagekräftigen Lebenslauf auch ein Foto beifügt und zwar ein aktuelles. Der Gestaltung sind keine Grenzen gesetzt. Manche Fotostudios machen zuerst eine ganze Fotoserie vom Bewerber und bieten die unterschiedlichsten Formate an.
Wer sich beispielsweise in einer kreativen Branche mit einer schmalen 16:9-Optik präsentiert, kann schon einmal die Aufmerksamkeit im Bewerbungsstapel auf sich lenken.Checkliste
Ganz zum Schluss sollte sich das Augenmerk auf mögliche Fehler lenken. Sind alle Daten korrekt, fehlen Datum, Ort und Unterschrift auch nicht? Ist alles gut leserlich und verständlich - und hat der Lebenslauf auch keine Rechtschreib- oder Grammatikfehler? Und schließlich ausdrucken, idealerweise auf Qualitätspapier oder als pdf-Datei ausspielen und der Bewerbung hinzufügen.
(Zuerst erschienen auf ZEIT online)
Dieser Artikel ist erschienen am 02.03.2010

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