Gute Argumente, falsche Gesten - schon ist der Auftritt verpatzt. Im Jobinterview sind zwar keine Schauspieler gefragt. Trotzdem lohnt es, seine Körpersprache zu trainieren. Plus: So kommen Ihre Signale beim Personaler an.
Ob Sie einem Gesprächspartner sympathisch oder unsympathisch erscheinen - darüber entscheidet oft Ihre Körpersprache. Und diese Signale können Sie durchaus beeinflussen. In unseren Coachings gleichen wir mit Hilfe einer Videokamera die Selbst- und Fremdwahrnehmung ab und arbeiten drei wesentliche Ansatzpunkte heraus: Selbstblockaden durch körperliche Anspannung; Sympathiekiller durch Dominanzgesten; Selbstentwertung durch Verlegenheitsgesten. Geraten Menschen unter Stress, verhalten sie sich anders als üblich. Unbestritten lösen Vorstellungsgespräche bei den meisten Menschen erheblichen Stress aus, der sich in Selbstblockaden äußern kann. Wenn sich Bewerber beidhändig am Stuhl festhalten und dazu noch mit den Beinen die Stuhlbeine umklammern, wirken sie überfordert.Auch laufen sie Gefahr, sich durch ihre eigene körperliche Anspannung zu blockieren. Körperliche Verkrampfungen interpretiert nämlich nicht nur der Gesprächspartner, sondern auch das eigene Gehirn als Stresssignal. Ein unangenehmer Nebeneffekt dieser Selbstblockaden ist häufig, dass man nicht mehr klar denken kann, das Gefühl hat, neben sich zu stehen und letztendlich kein richtiges Wort mehr herausbekommt. Dies kann bis zum vollständigen Blackout führen. Anspannungsgesten sehen Personaler den Bewerbern nach, wenn sie nicht als durchgängiges Verhaltensmuster zu erkennen sind. Aggressive Dominanzgesten hingegen belasten das Gespräch erheblich. Immer wieder erleben wir, dass Bewerber mit dem Stift förmlich nach dem Interviewpartner stechen, unter dem Tisch mit den Händen eine Pistole bilden oder sich so breitbeinig im Stuhl fläzen, dass sich Erinnerungen an einen Besuch des Affenfelsens im Zoo einstellen.Durch Training Störsignale vermeidenKonfrontation ist in Vorstellungsgesprächen aber schädlich. Bewerber, die den Eindruck vermitteln, dass es ihnen nur darum geht sich durchzusetzen, bringen sich um ihre Chancen. Wenn im Vorstellungsgespräch heikle Punkte angesprochen werden, tauchen selbstabwertende Stress- und Verlegenheitsgesten auf: Zupfen am Ohrläppchen, nervöses Herumspielen am Schmuck, Kratzen am Hinterkopf. Das passiert besonders dann, wenn Bewerber mit Fragen konfrontiert werden, die sie für sich vor dem Gespräch noch nicht geklärt haben.Wird die Antwort auf die Frage "Warum wollen Sie Ihren momentanen Arbeitgeber verlassen?" körpersprachlich durch einen Griff an den Hals oder durch die bekannte "Lügengeste", nämlich die zum Mund geführte Hand begleitet, können schöne Worte auch nichts mehr retten. Dann wird der Bewerber nämlich als unglaubwürdig eingeschätzt. Wir möchten aus Bewerbern keine Schauspieler machen. Auf keinen Fall sollen Sie sich einzelne Gesten antrainieren, um einen möglichst aalglatten Auftritt hinzulegen. Schließlich geht es nicht darum, etwas vorzuspielen, sondern Störsignale zu vermeiden. Wenn Sie in Gesprächen die eigene Anspannung wahrnehmen können, haben Sie bereits den ersten Schritt zur Veränderung geleistet.Trainieren Sie dann in einem zweiten Schritt, diese aufzulösen. Beispielsweise, indem Sie sich darauf eichen, eine zur Faust geballte Hand oder ineinander verknotete Beine wieder zu öffnen. Bewährt hat sich eine Haltung, die wir "Neunzig-Grad-Winkel" nennen: Zwischen Ober- und Unterschenkel befindet sich ebenso ein rechter Winkel wie zwischen Oberschenkel und Oberkörper. Setzen Sie sich aufrecht mit leicht geöffneten Beinen auf den Stuhl. Locker auf den Oberschenkeln aufgelegte Hände eröffnen Ihnen die Möglichkeit, die Argumente, die für Ihre Einstellung sprechen, durch Aufzählungs- oder Unterstreichungsgesten positiv zu verstärken.
Sie halten die Einladung zum Vorstellungsgespräch in Händen? Herzlichen Glückwunsch, denn damit haben Sie die erste Hürde auf dem Weg zum neuen Job genommen.
Aus Small Talk Kapital zu schlagen ist eine Kunst, die nicht jeder beherrscht. Im Interview verrät Stilexpertin Carolin Lüdemann, worauf es dabei ankommt.
Deutschland ade: Unternehmen verlagern Produktion, Verwaltung und Forschung in alle Welt – weil Schwellenländer wettbewerbsfähiger werden und Manager durch Herkunft und Werdegang so weltoffene wie nüchterne Kalkulierer sind wie keine Generation vor ihnen.
Lassen Sie sich von uns bei Ihrer Suche nach einer Trainee-Stelle helfen: Unser JobAgent findet für Sie alle diejenigen Trainee-Stellen, die zu Ihrem Studienabschluss passen. Jede Woche erhalten Sie eine individuelle Auswertung mit allen für Sie passenden Angeboten. Kostenlos!
Unternehmen aus Zukunftsberufsfeldern decken ihren Fachkräftebedarf am leichtesten in den drei Großstädten, während sie in München und Stuttgart händeringend danach suchen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Langzeitstudie von karriere.de.
Foto: G. Altmann/Pixelio
Über 350 Berufe jetzt in der karriere.de-Gehaltsdatenbank recherchieren:
Einstiegsgehälter, Profivergütungen, Gewinner und Verlierer:
• Wöchentlich erscheint der karriere.de- Newsletter mit den Themen der Woche aus den Bereichen Bewerbung, Unternehmen, Arbeitsrecht, Management, Gehalt, Studium, Weiterbildung und Arbeitsalltag.
• Monatlich erscheint der MBA-Newsletter mit den Trends und News aus dem Umfeld der Business Schools.
» Wenn Sie den karriere.de-Newsletter oder den MBA-Newsletter bestellen möchten, senden Sie uns eine E-Mail. Einfach hier klicken
Chancen und Risiken, Einstiegsoptionen, Perspektiven und gefragte Qualifikationen:
Die karriere.de-Analyse mit exklusiven Daten zu Stellenmarkt, Gehaltsentwicklung und Wettbewerb.