Recruiting

Mit der Initiativbewerbung zum Erfolg

Ruth Lemmer
Im Detail gelten für den Berater wie für seine Kollegen und Wettbewerber die klassischen Regeln der Direktbewerbung. Der Idealfall: Ein gut vorbereiteter Bewerber sendet per E-Mail eine klar strukturierte Mappe mit knackigem Anschreiben, knappem Lebenslauf und einem hochwertigen Foto. Das gilt für Berufseinsteiger wie für erfahrene Fach- und Führungskräfte.Standardsätze wie "Meine Schwäche ist meine Ungeduld" und schwafelige Selbstdarstellungen lassen das Interesse der Personalprofis sofort erkalten. Argwöhnisch reagieren sie unisono auf Massenbriefe - und zwar weniger, weil es der Bewerber offensichtlich eilig hat, als vielmehr, weil er schon bei der Bewerbung keinen persönlichen Einsatz zeigt. Denn Personalberater sind immer auf der Suche nach dem Superkandidaten. Schließlich ist ihr Image bei den Kundenunternehmen ihr Kapital.Am Telefon - ob beim Erstkontakt durch den Bewerber oder beim Beraterrückruf - muss der Kandidat alles parat haben. "Das besondere Können muss wie aus der Pistole geschossen kommen", verlangt auch Susanne Hill, Geschäftsführerin der Bonner Unternehmensberatung Dr. Scheuten & Hill. "Die Bezeichnung ,Marketingleiter' reicht nicht aus, auch der jeweilige Arbeitsschwerpunkt muss mit genannt werden." Weniger ist sie dagegen an weitschweifigen Ausführungen zum Lebenslauf interessiert.Im Internet sichtbar werdenHeadhunterin Hill rät dringend, "die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen". Denn Personalberater recherchieren, bevor sie Zeit in einen potenziellen Kandidaten investieren: in Datenbanken und Jobbörsen, in Projektnetzwerken und Unterlagen von Fachkonferenzen. Der Name eines Initiativbewerbers sollte dort unbedingt in professionellem Zusammenhang, etwa als Fachmann oder Redner, auftauchen. Wer nicht aktuell einen neuen Job sucht, kann Kontakte zu Personalberatern entspannter anbahnen. Doch sollte es nicht auf Kosten von Professionalität und Engagement gehen, wenn sich ein Bewerber lediglich vorsorglich und mittelfristig für höhere Weihen empfehlen will.Denn auch für den Platz in der Datenbank gilt es, knackige und informative Eigenwerbung zu betreiben. "Es klappt nicht immer von heute auf morgen", sagt Personalberater Marc Altmeyer. "Aber Initiativbewerber aus unserer Datenbank haben wir schon häufiger positionieren können." Eine eindeutige Aufforderung, das berufliche Glück in die eigene Hand zu nehmen.InitiativbewerbungAnschreiben
Die persönlichen Stärken und Schwächen sowie das Entwicklungspotenzial und die Wunschposition beziehungsweise -branche in etwa zehn Sätzen zusammenfassen. Vor allem das Spezialgebiet des Bewerbers sollte im Anschreiben sofort ins Auge springen.
Lebenslauf 
Die bisherigen beruflichen Stationen tabellarisch auflisten. Anschreiben und Lebenslauf sollten sich zwar ergänzen, jedoch auf keinen Fall doppeln.
Erstgespräch 
Die menschliche Komponente, etwa den persönlichen Führungsstil betonen, denn der Berater checkt, ob der Bewerber ins Kundenunternehmen passt - Fachkompetenz allein reicht nicht.
Nachfassen 
Maximal einmal sollten sich Initiativbewerber in Erinnerung bringen - nach etwa zwei Wochen.
Pflegen
Unabhängig davon, ob ein Stellenwechsel tatsächlich zustande kommt oder nicht, lohnt sich die Kontaktpflege. Kommt es später zu neuen Aufgabengebieten oder Zusatzqualifikationen, dann den Headhunter ruhig mit einem aktualisierten Profil darauf hinweisen.
Lesen Sie Tipps für das Vorstellungsgespräch:
Tipps: Das gelungene Vorstellungsgespräch
Dieser Artikel ist erschienen am 14.07.2010

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