Mit der Initiativbewerbung zum Erfolg


Viele Manager nehmen ihr berufliches Glück stärker in die eigene Hand und bringen sich selbst für einen Job ins Spiel. Headhunter begrüßen Initiativbewerbungen. Ganz wichtig jedoch sind eine perfekte Vorbereitung und ein scharfes Internet-Profil.

In der Mitte einer Dartscheibe ist ein Schild mit dem Wort "Job" durch einen Dartpfeil befestigt Volltreffer bei der Jobsuche - dank Eigeninitiative Foto: © FotoLyriX - Fotolia.com

Der Automanager aus Stuttgart wollte sich beruflich verändern, weiter in den Süden zog es ihn. Zehn Jahre Berufserfahrung hatte er vorzuweisen, als seine Bewerbungsunterlagen beim Personaldienstleister Robert Half International in München ankamen. Im Anschreiben brachte er seine beruflichen Interessen und seine Flexibilität auf den Punkt, der Lebenslauf klang schlüssig. Das nötige Quäntchen Glück führte zum Erstgespräch mit Berater Darren Payne. Denn der hatte schon eine passende Position im Hinterkopf. Nach nur fünf Wochen hielt der Wechselhungrige einen neuen Arbeitsvertrag in seiner Hand - in der Softwarebranche.

Diese Initiativbewerbung hatte besonders schnell Erfolg. So glatt geht es zwar nicht immer, wenn sich Fach- und Führungskräfte selbst nach einem attraktiveren Job umsehen. Aber Eigeninitiative sehen Headhunter durchaus gerne. Die Zeiten sind vorbei, in denen es ein Nachteil war und ein Geschmäckle hatte, sich selbst ins Gespräch zu bringen.

Initiativbewerber müssen fachlich sehr gut sein

"Ich kann Initiativbewerbungen definitiv empfehlen", sagt Darren Payne, inzwischen Leiter der Niederlassung von Robert Half International in Wien. Gerade jetzt, wo sich wieder lukrative Jobs auftun und die Angst vor dem Jobwechsel weicht, ist die Zeit dafür richtig. "Das Karussell dreht sich wieder", beobachtet Payne.

Der Vermittlungsexperte stellt aber noch im gleichen Atemzug Bedingungen: Initiativbewerber müssen fachlich sehr gut sein und zum Geschäftsfeld des angesprochenen Personalberaters passen. "Erweist sich der Kandidat im Erstgespräch als geeignet", so der Spezialist für Fach- und Führungskräfte im Finanz- und Rechnungswesen, "ist die Quelle seiner Bewerbung eigentlich egal." 

Die Professionalität der Bewerber im Umgang mit ihrer Initiative entscheidet also über ihren Erfolg. Da gibt es zwischen der Direktsuche und dem Umweg über den Personalberater keinen Unterschied.

Kontakt per Telefon oder E-Mail?

Wenn ein Kandidat passt, ist Payne ganz Ohr. Denn er persönlich bevorzugt einen Erstkontakt per Telefon. An diesem Punkt spalten ihre Vorlieben die Berater in zwei Gruppen: die Telefon- und die Mail-Fans. Marc Altmeyer, Gesellschafter bei der Berliner Personalberatung C.PM gehört zur Mail-Fraktion. Wohl auch deshalb, weil er täglich rund 20 Initiativbewerbungen erhält. "Die wollen parallel zum Tagesgeschäft bearbeitet werden", sagt Altmeyer - und wirbt auch deshalb um Verständnis, dass "nach fünf Minuten klar sein muss, ob der Bewerber gut ist und zu unseren Schwerpunkten passt".

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