Bewerbung

Lebenslauf mit sprechendem Foto

Astrid Oldekop
"Wo führt das hin, wenn das so weitergeht und ich demnächst statt 150 Papierbewerbungen 150 Videos ansehen muss?" Diese Frage musste sich Video-Produzentin Ganitis kürzlich von einer Personalerin gefallen lassen. Noch herrscht in vielen Unternehmen die Hoffnung auf die standardisierte, schnell zu bearbeitende Einheitsbewerbung. Personaler, die täglich Dutzende von Kandidaturen sichten, haben kaum Zeit und noch weniger Lust, umständlich Videos im Netz zu suchen. Zumal diese nicht so vergleichbar sind wie die per Standardformular abgefragten Fähigkeiten.Doch gerade hier sieht Gerhard Winkler eine Chance: "Die einzige Möglichkeit, sich von der Masse der Einheitsbewerbungen abzuheben, ist das Video." Spätestens in drei bis fünf Jahren werde man so, wie man heute ein Foto in die Bewerbung einbindet, ganz selbstverständlich auch Filme mitschicken. Dass die Videobewerbung kommt, steht auch für Steve Riedel außer Frage, nur beim Zeitpunkt gibt er sich zurückhaltend: In fünf bis zehn Jahren werden sich die Filme durchgesetzt haben, schätzt er. "Die Jugendlichen, die mit sozialen Netzen aufwachsen und in den Schulen Video-Schnittkurse machen, werden ganz selbstverständlich mit der neuen Bewerbungsform umgehen."So gelingt Ihr AuftrittLächeln Sie: In einem Video kann man sich als sympathischer Kollege präsentieren. Achten Sie auf Ihre Körpersprache, Mimik und Stimme. Tragen Sie Business-Garderobe, pudern Sie sich das Gesicht, damit es nicht glänzt, und leuchten Sie das Bild gut aus. Als Drehort reicht ein helles Büro.Bereiten Sie sich vor: Arbeiten Sie an Ihrem Text. Sagen Sie, warum gerade Sie diesen Job haben sollten, aber verheddern Sie sich nicht in Details. Sprechen Sie langsam und deutlich. Üben Sie mit Freunden. Ihr Clip sollte maximal zwei Minuten lang sein.Machen Sie es dem Personaler leicht: Komprimieren Sie Ihr Video im gängigen Dateiformat. Schicken Sie dem Jobanbieter eine CD-Rom oder einen Link. Stellen Sie Ihr Video nicht in Spaßforen wie Youtube.Denken Sie an die Zukunft: Im Internet bleibt alles sichtbar. Laden Sie deshalb nur Filme hoch, die Sie auch in fünf Jahren nicht in Erklärungszwang bringen.
Dieser Artikel ist erschienen am 01.06.2009

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