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Job-Coaching: So werden Sie eine starke Marke!

Jon Christoph Berndt
Manche Fragen sollten Sie für sich behaltenFoto: © Quirin Leppert
Zuvor die No No's: Sich mit blitzenden Augen zuallererst nach dem eigenen Parkplatz erkundigen, ist der Rausschmeißer schlechthin. Dicht gefolgt von der Kantine und wer das Futter wohl bezahlt. Mit größerem Abstand kommt der Betriebssport. Dagegen die inhaltsstarken Fragezeichen, hier eine kleine Auswahl zur Anregung: Arbeitsweise, Einarbeitung, Ansprechpartner, Arbeitsplatz, Handlungsspielraum, Aufstiegsmöglichkeiten, Weiterbildung oder Ausland.
Es gibt viele Fragen, die Ihr ernsthaftes Interesse bekunden und die auch mich immer noch überraschen: Neulich fragte mich ein sehr angenehmer Aspirant zuerst, wie bei uns das Neugeschäft funktioniert und ob er Vorschläge dafür einbringen kann. Gleich darauf fragte er, ob er freitags seinen nicht ganz kleinen Hund mitbringen darf. Ich fand das gut und habe zweimal "Ja" gesagt. Denken Sie bei der Vorbereitung Ihrer Fragen an den Anwalt vor Gericht: Er fragt niemals nichts. Und er fragt solange, bis er alles weiß, was er wissen muss. Was das genau ist, sagt ihm sein Gespür. Denken Sie auch an die Hochzeitsgemeinde: Was Sie jetzt nicht sagen, kommt später schnell schlapp und nachgeschoben daher.Einfach mal gar nichts sagenEin Hektiker steckt in uns allen, je nach Veranlagung ein großer oder ein kleiner. Deshalb kann es passieren, dass Sie sich um Kopf und Kragen reden. Sie werden immer schneller, je mehr Sie der Personaler herausfordert. Immer hektischer, je mehr man Sie in die Ecke drängt. Sie plustern sich auf, überschlagen sich vor Aufregung, laufen rot an, schnappen nach Luft. Ich kenne das auch.Sie können mit diesen Emotionen bewusst arbeiten, sogar damit spielen, und zwar auf sehr konstruktive Art und Weise. Es geht, indem Sie schlicht und ergreifend einmal nicht so reagieren, wie es der Mensch gegenüber erwartet. Im Vorstellungsgespräch lauert er nämlich manchmal schier darauf, Sie etwas in die Enge zu treiben und zu schauen, wie Sie reagieren. Zum Beispiel, wenn er lauthals keift: "Was Sie verdienen wollen, ist viel zu viel!" Oder eben dann, wenn er eine der zahlreichen heiklen, fiesen oder verbotenen Fragen stellt. Der Dämliche-Themen-Katalog ist so dick wie der von Otto. Und all diese Fragen schreien nach der smarten, alles entwaffnenden Antwort.In solchen Situationen bietet sich an, den so genannten Rapport zu brechen. Rapport steht im Englischen wie im Französischen für so etwas wie "Wechselbeziehung", "Verhältnis" oder "Verbindung" und meint den Gesprächsfluss zwischen Ihnen und Ihrem Gegenüber. Stellen Sie sich nun vor, der Personaler wird etwas Unverschämtes los, und Sie reagieren - gar nicht! Dabei blicken Sie ihm geradeaus in die Augen. Es dauert keine drei Sekunden, da wird er unsicher; nach weiteren drei wird er fahrig, etwas später leicht fahl, dann rutscht er auf dem Stuhl hin und her und spielt mit dem Bleistift. Und dann sagt er, die Wahrscheinlichkeit ist groß: "Nun ja, so war das nicht gemeint. Ich wollte doch nur sagen, dass..." 1:0 für Sie!Probieren Sie es einmal aus, am Stammtisch oder wo Ihnen sonst gelegentlich jemand quer kommt. Wenn Sie den Redefluss und die Wechselbeziehung durchbrechen, können Sie nur gewinnen. Und Sie werden sehen: Sie wachsen daran, viel zu sagen, ohne etwas zu sagen. Beredtes Schweigen ist eine ganz große Kunst!Alles über Jon Christoph Berndt und Human Branding finden Sie im Internet unter www.human-branding.deDer Coaching-Experte
Jon Christoph Berndt macht aus Menschen starke Markenpersönlichkeiten.
Der 39-jährige Autor unserer vierteiligen Serie "Job-Coaching" studierte in München Politikwissenschaft und besuchte die Deutsche Journalistenschule. Er arbeitete zunächst als Journalist, danach als Texter und Konzeptioner. Anschließend führten ihn Stationen als Berater bei internationalen Werbeagenturen über Hamburg und Frankfurt wieder zurück nach München. Dort gründete der Kommunikationsexperte und Managementtrainer die Unternehmensberatung brandamazing: Die Schwerpunkte von brandamazing: sind Marken-, Marketing- und Kommunikationsstrategien für Unternehmen, Produkte und Menschen sowie deren Umsetzung.Berndt ist der Erfinder von Human Branding. Auf Kongressen, in Vorträgen und Seminaren und im Coaching zeigt er, wie Menschen eine einzigartige starke Marke werden und mit dieser unverwechselbaren Positionierung beruflich wie privat mehr Erfolg haben.Einsteigen, aufsteigen, umsteigen, aussteigen - die Job-Coaching-Serie:Aufsteigen: Die ersten Tage im JobUmsteigen: Tipps für den JobwechselGewinnen Sie ein Coaching - machen Sie mit!Interview: Das Konzept hinter "Human Branding"
Dieser Artikel ist erschienen am 01.08.2008

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