Bewerbungs-Check

Im Vorstellungsgespräch eigene Fragen stellen!

Christian Püttjer, Uwe Schnierda
Nützliche Formulierungen hierfür sind: "Wenn ich Sie richtig verstanden habe, ist es Ihnen also wichtig, dass ...?", "Sie legen also Wert darauf, dass ...?" oder "Ich höre hier heraus, dass Sie einen Bewerber suchen, der ...?". Bewerber, die auf diese Weise nachhaken und dann noch im weiteren Verlauf konkrete Belege dafür einfließen lassen, dass sie die selbst angesprochenen Voraussetzungen erfüllen, setzen sich mit ihren eigenen Fragen positiv in Szene. Unverzichtbar sind im Vorstellungsgespräch natürlich auch die harten Fragen zum Gehalt, zu flexiblen Gehaltsanteilen, zu Zusatzleistungen, zur Arbeitszeitgestaltung oder zum Jahresurlaub. Gerade die Gehaltsfrage scheuen viele Bewerber. Doch wenn dieses wichtige Thema nicht vom Unternehmen angesprochen wird, muss der Bewerber selbst die Initiative ergreifen. Idealerweise im letzten Drittel des Gesprächs, denn dann sollte bereits sein berufliches Profil deutlich geworden sein. Diese Taktik hat für den fragenden Bewerber den Vorteil, dass er darauf hinweisen kann, dass seine Gehaltsvorstellung der finanzielle Rahmen für die zuvor erörterten Kenntnisse und Erfahrungen ist.Nach dem Gespräch kommt die ReflexionNach einem Vorstellungsgespräch sollten Sie - genau wie das Unternehmen - Inhalt und Form der Antworten kritisch reflektieren. Welche Argumente haben Sie überzeugt? Auf welche Nachfrage reagierte die Firmenseite zu knapp, ausweichend oder auffallend schmallippig? Wo haben Sie noch Informationsbedarf? Sie werden feststellen, dass Ihre Fragen Ihnen dabei helfen, eine differenzierte Entscheidung für oder gegen das neue Unternehmen zu treffen.Christian Püttjer und Uwe Schnierda beraten seit 16 Jahren Ein- und Aufsteiger (www.karriereakademie.de) und schreiben Ratgeber zur beruflichen Erfolgsstrategie. In Handelsblatt Junge Karriere geben sie Bewerbern exklusive Tipps und auf karriere.de gibt es Musterbewerbungen.Was Personaler denken
"Wenn ein Kandidat keine Fragen mehr hat, ist das nicht unbedingt negativ", so Giada Ferrari, vom BASF Management Recruiting. "Eine Frage, die uns positiv auffällt, ist die nach den Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Schlechter ist es, nach Dingen zu fragen, die bereits beantwortet wurden. Auch Fragen, die ein Blick auf unsere Homepage und die Stellenbeschreibung hätten klären können, sollte man vermeiden. Kandidaten können durch Fragen ihr Fachwissen zeigen. Leider zeigen manche Fragen mangelnde Vorbereitung: Es passiert, dass ein Bewerber von BASF AG spricht, obwohl wir eine SE sind. Ein Kandidat hat mich gefragt, was der BASF-Verbund sei. Ich habe ihm zwar erklärt, dass diese intelligente Vernetzung von Produktionsanlagen eine unserer wichtigsten Stärken ist. Doch diese Wissenslücke fließt in die Bewertung ein."
Lesen Sie weiter im Bewerbungs-Check:Die richtige Formulierung fürs AnschreibenAuf in die zweite Runde
Dieser Artikel ist erschienen am 01.08.2009
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