Kontakte knüpfen

Ich-Marketing auf Jobmessen

Bettina Blaß
Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich gerade bei Jobmessen nicht immer alles bis ins Detail planen lässt. Darum ist es wichtig, mit offenen Augen und Ohren über die Messe zu gehen. Und ob mit oder ohne Termin empfiehlt sich eines: Wer den richtigen Gesprächspartner erwischen will, dem ist zunächst jeder Unternehmensvertreter mit Namensschildchen Recht. Gegebenenfalls wird man intern weitergereicht. Dann geht es darum, möglichst schnell die Hauptargumente für die eigene Person loszuwerden, denn "für die Unternehmen ist das Fließbandarbeit. Kein Bewerber bekommt eine Stunde Sprechzeit", sagt Gerhard Winkler.Auch darum ist es wichtig, sich vorher darüber Gedanken zu machen, wie man auf den Gesprächspartner zugeht und mit ihm spricht: "Nämlich weder hektisch noch aufdringlich", rät Winkler. Lächeln sei dagegen sehr erwünscht - und Freundlichkeit natürlich auch. Schließlich wollen Unternehmen und Bewerber alle nur eins: passende Kontakte knüpfen, die möglichst beide Seiten weiterbringen.Nicht auf den Lorbeeren ausruhen Nach der Messe geht die Arbeit erst richtiglos, sagt Bewerbungsberater Gerhard Winkler.Was sollte ich direkt nach der Messe tun? Sie haben Visitenkarten gesammelt und sich Notizen über den Gesprächsverlauf gemacht. Sichten Sie die Karten. Welches Unternehmen war interessant? Welcher Job passte? Schreiben Sie Ihrem Ansprechpartner sofort eine E-Mail und bestätigen Sie so Ihr Interesse. Was steht in dieser Mail? Bedanken Sie sich für das nette Gespräch. Erinnern Sie an Details: den Auslandsaufenthalt, das Praktikum, Sprachkenntnisse. Fassen Sie wie in einem Anschreiben die Argumente zusammen, mit denen Sie punkten. Benennen Sie konkret die Position, über die Sie gesprochen haben.Teilen Sie jetzt all das mit, was Sie im Gespräch vergessen hatten zu sagen. Schicke ich nur eine Mail oder eine komplette Bewerbungsmappe? Falls Sie eine Mappe auf der Messe abgegeben haben, schicken Sie nur noch eine Mail. Sollten Sie nur eine Kurzvita übergeben haben, senden Sie Nachweise Ihrer Qualifikation: Zeugnisse und Arbeitsproben. Sollten Sie an einen unbekannten Dritten verwiesen worden sein, schicken Sie eine komplette Mappe. Wie geht der Kontakt weiter? Personalabteilungen bitten immer um Geduld und darum, nicht nachzufragen. Ich kenne aber genügend Jobsuchende, die nach 14 Tagen telefonisch nachgehakt haben, und rasch ein Gespräch bekamen.Zum Beispiel, weil sie einen anderen Gesprächspartner hatten, der sie super-interessant fand. Oder weil die Personalabteilung sie einfach vergessen hatte. Habe ich den Job in der Tasche, wenn ich zum zweiten Gespräch eingeladen werde? Keinesfalls. Beim Gespräch im Unternehmen stoßen Sie auf andere Leute, die sie völlig neu begeistern müssen. Bereiten Sie sich mindestens so gut vor wie auf die Messe: Recherchieren Sie Zahlen, Daten, Fakten und überlegen Sie sich Fragen. Sie sollten ein zweites Gespräch keinesfalls unterschätzen: Sie befinden sich noch mitten im Überzeugungsfeldzug.
Dieser Artikel ist erschienen am 01.11.2008

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