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Googeln Sie Ihre Bewerber?

Vasco Boenisch
Bei Siemens muss sich keiner für Partyfotos schämenFoto: © PR
SIEMENS
Das Googeln von Bewerbern ist im Auswahlverfahren von Siemens nicht vorgesehen. Für uns ist entscheidend, was uns die Bewerber online zukommen lassen, weil wir aus diesen Unterlagen auch ablesen können, wie sich die Bewerber ins Verhältnis zum Unternehmen setzen. Ist uns das Bild eines Bewerbers danach noch nicht deutlich genug, dann fordern wir weitere Unterlagen an oder führen ein kurzes Telefoninterview mit ihm. Partyfotos oder Ähnliches könnten mich nicht abschrecken; das sind ja eh Zusatzinformationen, die wir nie in ein Bewerbungsgespräch einfließen lassen könnten.Potenzielle Bewerber sollten nichtsdestotrotz früh bedenken: Aus dem Internet kriegt man nichts mehr raus! Selbst wenn Portale Löschfunktionen anbieten, gibt es genug Suchmaschinen, die gerade diese gelöschten Informationen wieder finden. Natürlich hört man immer mal wieder von extremen Fällen, etwa dass ein Unternehmen eine exzellente IT-Managerin dann plötzlich doch nicht eingestellt hat, weil man plötzlich etwas über ihre Jugendsünden erfuhr. Aber ist das ein Kriterium für eine fachliche Beurteilung? Ich sage: Nein.Hans-Christoph Kürn, Leiter E-RecruitingTUIDer Bewerbungsprozess bei TUI wird in erster Linie von der Qualifikation des Bewerbers bestimmt. Die Recherche von Bewerberdaten im Internet gehört daher sicher nicht zur täglichen Praxis des Recruiting Office. Zumal diese Informationen auch ein verfälschtes Bild einer Person wiedergeben könnten. Im Mittelpunkt des Bewerbungsprozesses stehen vielmehr eine möglichst hohe Übereinstimmung zwischen Bewerberprofil und Stellenanforderung sowie der Eindruck im persönlichen Gespräch.Natürlich werden gelegentlich auch Onlinedaten genutzt, etwa um Informationen aus dem Lebenslauf nachzuvollziehen. Besonders Karrierenetzwerke und -portale bilden dabei eine gute Plattform für Personalverantwortliche. Zu der aktuellen Diskussion können wir daher folgende Empfehlung geben: Aufgrund der großen Streuweite von Daten im Internet sollten Jobsuchende ihr Online-Portfolio prüfen und im Sinne der Seriosität überarbeiten. Dieser Tipp betrifft vor allem junge Bewerber, die auch persönliche Fotos und Statements in Portale (wie StudiVZ) einstellen.Sybille Reiß, Recruiting Office

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