Einstieg mit Hindernissen


Absolventen, die bereits länger erfolglos auf Stellensuche sind, sollten daher kompromissbereit sein, raten die Experten einhellig: "Wer aktuell auf seinen absoluten Traumjob wartet, handelt schwer fahrlässig", sagt Jens Ohle von Access. "Bewerben Sie sich bei kleinen unbekannten Firmen statt den Hochglanzkonzernen, und freunden Sie sich mit unbeliebteren Positionen etwa im Vertrieb oder Handel an", rät der Experte. "Hier werden für Positionen mit Perspektiven auch aktuell gute Leute gesucht." Hauptsache sei, erst einmal den Berufseinstieg zu schaffen.

Denn ein schnelles Ende der Krise ist nach Expertenmeinung nicht in Sicht: "Die Talsohle wird frühestens 2010 erreicht sein, aber bis die großen Unternehmen wieder im drei- oder sogar vierstelligen Bereich Absolventen einstellen, wie noch 2008, wird es sicher noch zwei bis drei Jahre dauern", fürchtet Access-Geschäftsführer Ohle. So lange musste Ilja Doroschenko zum Glück nicht warten. Nach fünf Monaten Bewerbungsmarathon gab es schließlich ein Happy End für den Amerikanistik-Absolventen: Vor wenigen Tagen hat der 28-Jährige als Business Analyst bei einer mittelständischen Beratungsfirma angefangen - und ist überglücklich: "Nach der Zusage bin ich mindestens eine Woche mit Dauergrinsen durch die Gegend gelaufen."

Aktiv werden 
Initiativbewerbungen können zum Erfolg führen. Ein kleiner Ratgeber.

Rechtzeitig beginnen: Idealerweise sollten Bewerber schon sechs Monate vor Studienende mit der Suche nach den Wunscharbeitgebern beginnen: Welche Branche, welches Unternehmen und welche Art von Job passt zu meinen Fähigkeiten? Kann ich mich mit den Produkten/Dienstleistungen identifizieren - und passt die Unternehmenskultur zu mir? Hat man seine potenziellen Arbeitgeber identifiziert, sollten Bewerber Nachrichten über diese Firmen in der Presse verfolgen, denn daraus können sich interessante Anknüpfungspunkte fürs Anschreiben ergeben.

Klasse statt Masse: Initiativbewerbungen nicht nach dem Gießkannenprinzip, sondern nur sehr gezielt versenden. "Eher zehn als 50 Bewerbungen", nennt Karriereberater Thomas Rübel als grobe Richtschnur. Ein Serienbrief als Anschreiben fällt bei den Unternehmen gleich durch, lieber Zeit und Energie in ein gut durchdachtes Anschreiben stecken.

Mittelstand statt Großkonzern: Siemens, Porsche, Daimler - Unternehmen mit bekannten Namen werden mit Bewerbungen überschüttet. Dort haben Initiativbewerbungen gerade in der aktuellen Krise kaum eine Chance. Wesentlich besser sieht es dagegen bei kleineren und mittleren Firmen aus. "Viele Hidden Champions bekommen nur wenige Bewerbungen", sagt Rübel.

Anschreiben - kurz und knackig: Personaler haben wenig Zeit und oft einen großen Stapel Bewerbungen auf dem Tisch. Das Anschreiben sollte daher in wenigen prägnanten Sätzen sagen: Was kann ich, was will ich und warum bin gerade ich der ideale Bewerber. "So macht es beim Personaler gleich klick und er hat ein Profil vom Bewerber im Kopf - und im Idealfall sogar eine mögliche Position", so der Experte.

Anrufen lohnt: Bewerber sollten auf jeden Fall versuchen, den Namen des Personalleiters rauszukriegen. Am besten bei der Zentrale anrufen und nachfragen, wer für Einstellungen zuständig ist. Ideal ist natürlich ein kurzes Telefonat mit dem Verantwortlichen, auf das man im Anschreiben Bezug nehmen kann. Außerdem lässt sich so bereits vorab klären, ob und in welchen Unternehmensbereichen in absehbarer Zeit freie Stellen zu besetzen sind.

Dranbleiben: Spätestens nach drei Wochen ohne eine Reaktion, sollten Bewerber nachhaken. Der Anruf bietet die Chance, noch mal persönlich die eigenen Stärken in Erinnerung zu bringen.

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4 Kommentare zu “Einstieg mit Hindernissen”


von Redaktion am 05.01.2010 14:25 Uhr



von Jan am 05.01.2010 13:47 Uhr



von mici am 05.01.2010 11:46 Uhr



von peter am 21.12.2009 12:29 Uhr



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