Bewerbung

Ein gutes Bewerbungsfoto braucht Zeit

Olga Gala / Zeit.de
Daniela Kirchharz hat viele Bewerbungen gesehen. Manche hatten Sonnenblumen im Hintergrund, andere beinhalteten ausgeschnittene Urlaubsbilder, die mit rostigen Büroklammern festgemacht gewesen seien und an einen Bewerber mit T-Shirt und Sonnenbrille erinnert sie sich auch noch. Und an den Eindruck, dass diese Mitarbeiter in spe keinen professionellen Eindruck erweckt hätten. "Aber das Foto macht nun mal den ersten Eindruck aus", betont die Personalerin. Gleichzeitig ist ihr wichtig, zu betonen, dass die Fotos keineswegs die Entscheidung maßgeblich beeinflussen. Ausschlaggebend sei der Inhalt der Unterlagen.Eine Bewerbung ohne Foto geht durchaus, sagt die Personalerin. Sie selbst habe schon zahlreiche Bewerber ohne Foto für ein Vorstellungsgespräch eingeladen. Maike Jaschok hingegen sagt, das Foto sei eben der emotionale Teil der Bewerbung. Es vermittele ein bisschen Persönlichkeit und mehr als die "harten Fakten" aus dem Lebenslauf. "Das Bild muss Sympathie und auch einen Optimismus und eine Zielstrebigkeit rüberbringen."Die Farbe spielt eine große RolleDas Foto müsse den Eindruck erwecken, der Bewerber habe sich Gedanken gemacht wie er wirken möchte, sagt Jörg Klampäckel. Dabei ist die Farbe des Fotos ein wichtiger Punkt. Während Personalreferentin Daniela Kirchharz schwarz-weiße oder sepiafarbene Bilder bevorzugt, weil diese auf sie seriöser wirken, ist Bewerbungscoacherin Maike Jaschok unentschieden. Sie schlägt vor, die Bilder in allen Variationen am Computer anzuschauen und dann das Passende auszuwählen. Fotograf Jörg Klampäckel hat da eine ganz andere Idee:  "Ich empfehle immer möglichst viel zu recherchieren. Die Farben der Internetseite angucken und wie sich die Firma darstellt."Oft werden im Internet auch Mitarbeiter vorgestellt – sind deren Bilder in schwarz-weiß gehalten, sei es seiner Meinung nach sinnvoll, auch ein Bewerbungsfoto in schwarz-weiß zu wählen. Natürlich könne man sich auch bewusst distanzieren und ein farbiges Foto schicken. Das hänge dann vom Geschmack der jeweiligen Person ab. "Ich überlasse den Kunden die Entscheidung, versuche die Leute aber zu fordern und aus sich rauszukommen. Verbiegen darf sich aber keiner."Der Fotograf misst vor allem dem Ausdruck eine große Bedeutung zu. Lächeln sei immer gut, doch "wenn es anfängt so auszusehen, als hätten wir mit den Aufnahmen eine Spaßveranstaltung gemacht, ist das zu viel." Ernste Typen lässt Jörg Klampäckel auch ernst bleiben. "Das Bild muss für mich eine Ausstrahlung haben und es gibt Menschen zu denen passt nun mal ernst gucken." Bei dynamischen, aufgeweckten Typen versuche er, diese Eigenschaften auch im Bild einzufangen.Und wo in den Unterlagen sollte das Bild zu sehen sein? Es sind vor allem zwei Möglichkeiten gängig: entweder klassisch auf den Lebenslauf oder auf das Deckblatt, sofern die Bewerbung ein solches umfasst. Befestigt werden sollte das Bild mit einem Klebestreifen auf der Hinterseite.Bei all den Ratschlägen und Empfehlungen bleibt aber eines zu betonen: Das Foto ist nur ein Teil der Bewerbung. Wenn eine Bewerbung erfolgreich ist, dann liegt es ganz sicher nicht nur an dem Foto. Und wenn sie eben nicht erfolgreich ist, dann war wohl auch nicht nur das Bild Schuld.Erste Eindrücke von dem perfekten Foto gibt es in dieser Bildergalerie(Zuerst erschienen auf ZEIT ONLINE)
Dieser Artikel ist erschienen am 12.04.2010
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