Das Interview-Ende läuten Personaler mit einer Aufforderung ein: "Stellen Sie Ihre offenen Bewerberfragen." Kandidaten reagieren darauf meist so, als ob ein Zahnarzt nach längerem Bohren verkündet: "Jetzt dürfen Sie selbst!" Dabei liegt
im Fragen Ihre Chance. Fragen Sie zu: Wissensfindung, Selbstpräsentation und subtilen Gesprächssteuerung.
Diese Bewerberfragen kommen nicht gut an:- Habe ich Sie von mir überzeugen können?
- Warum sollte ich mich denn ausgerechnet für Ihr Unternehmen entscheiden?
- Gibt es noch ein zweites Gespräch?
- Wie lange habe ich Zeit zum Überlegen?
- Wie sicher ist meine Stelle in der Zukunft?
- Würden Sie mir einen SAP-HR-Einführungskurs zahlen?
- Wie viele Urlaubstage hat man bei Ihnen?
- Wie sehen meine Arbeitszeiten aus?
- Was werde ich verdienen?Darauf müssen Kandidaten achten:Dämlich ist es, etwas zu erfragen, auf das man absehbar keine ehrliche Antwort bekommt. Schädlich handelt, wer durch seine Fragen Unsicherheit oder Defizite signalisiert. Grässlich, wenn am Interviewende alle Bewerber-Sicherungen durchbrennen und es nur noch darum geht, was sich an Vorteilen herausholen lässt.Die neuen Fragen zeigen Interesse:- Stellen Sie sich den idealen Mitarbeiter ungefähr so vor: ... (Selbstbeschreibung)?
- Für mich hat sich im Gespräch gezeigt, dass Sie ... (Job-Resümee ziehen). Habe ich damit die Aufgabenstellung richtig verstanden?
- Womit können junge Mitarbeiter Sie positiv überraschen? Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie ... (Selbstbeschreibung) wünschen?
- Wie gehen Sie mit Vorschlägen, Ideen und Feedback Ihrer Mitarbeiter um?
- Wie schätzen Sie mein Entwicklungspotenzial in der Firma ein?
- Halten Sie jährliche Performance Reviews und Zielvereinbarungsgespräche?
- Wäre es möglich, dass Sie mir den Arbeitsplatz zeigen?
- Ich habe keine Fragen mehr, aber ich würde gern zusammenfassen, was Sie von meinem Profil behalten sollen:... (Resümee der Jobeignung ziehen).
- Danke, Sie haben mich bestens informiert. Aber ich möchte am Ende noch einen Gruß ausrichten, und zwar von Herrn Kenk aus Frankfurt.Lesen Sie auf Seite 2, was Personaler nervt und Bewerbungs-Coaches raten
Deutschland ade: Unternehmen verlagern Produktion, Verwaltung und Forschung in alle Welt – weil Schwellenländer wettbewerbsfähiger werden und Manager durch Herkunft und Werdegang so weltoffene wie nüchterne Kalkulierer sind wie keine Generation vor ihnen.
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Unternehmen aus Zukunftsberufsfeldern decken ihren Fachkräftebedarf am leichtesten in den drei Großstädten, während sie in München und Stuttgart händeringend danach suchen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Langzeitstudie von karriere.de.
Foto: G. Altmann/Pixelio
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