Bewerbungs-Check

Die richtige Formulierung fürs Anschreiben

Christian Püttjer, Uwe Schnierda
Den meisten Absolventen fällt es ebenfalls schwer, ihren Blick auf das Unternehmen zu richten. Ein Anschreiben erzielt aber erst dann die größte Wirkung, wenn die bisherigen Erfahrungen aus Praktika und Studium zu den kommenden Aufgaben passen. Verkaufen Sie sich nicht unter Wert mit Formulierungen wie: "Meine Kenntnisse in der Netzwerkbetreuung sind nur grundlegender Natur. Mit Ihrer Hilfe werde ich sie aber sicherlich ausbauen können." Die goldene Regel der Bewerbungskommunikation lautet: "Beschreiben, aber nicht bewerten."Dies gelingt Ihnen, indem Sie neutrale Ausdrücke verwenden wie "Ich habe (...) gemacht. Zu meinem Aufgabenbereich gehörte (...). Ich war mitverantwortlich für (...)." Im Fall der Netzwerkbetreuung klingt das so: "Während meines Praktikums bei der Data GmbH habe ich Datenbanken installiert und betreut, Netzwerke gepflegt und daran mitgearbeitet, ein Management-Informations-System zu installieren."Viele Anschreiben sind zu abstrakt. Floskeln wie: "Ich bin kommunikationsstark, hochmotiviert und belastbar", sagen nichts aus. Besser klingt: "Ich habe neben dem Studium in einem Call-Center gearbeitet. Dort habe ich technische Fragestellungen beantwortet und Reklamationen bearbeitet." Aus diesem Satz liest ein Personalverantwortlicher die Soft Skills dann selbst heraus. Ausgewählte Beispiele sind also immer besser als starre Formulierungen.Sorgen Sie bereits mit Ihrem Anschreiben dafür, dass Sie im Bewerbungsverfahren von Anfang an viel Aufmerksamkeit bekommen. Ihr Selbstmarketing wird die Firmenseite dann überzeugen, wenn Ihr Anschreiben formal ansprechend und aussagekräftig ist.Christian Püttjer und Uwe Schnierda beraten seit 15 Jahren Einsteiger und Berufserfahrene (www.karriereakademie.de) und sind Autoren zahlreicher Ratgeber zur beruflichen Erfolgs-strategie. In Handelsblatt Junge Karriere geben sie Bewerbern Tipps, und unter www.karriere.de stellen sie Musterbewerbungen zur Verfügung.Was Personaler nervt"Dass Fehler im Anschreiben sind, kommt leider oft vor - egal, ob es sich um ein Praktikum handelt oder um eine Bewerbung als Senior Manager. Kandidaten geben oft eine falsche Stellenbezeichnung an, im Text steht ein anderer Firmenname - oder die genannten Kompetenzen beziehen sich nicht auf die ausgeschriebene Stelle. Wenn man das Gefühl hat, dass sich die Bewerber gar nicht mit dem Unternehmen beschäftigt haben, sondern ihre Unterlagen als Massenware herausschicken, hinterlässt das schon einen unangenehmen Beigeschmack. Grundsätzlich gilt: Die formalen Kriterien müssen stimmen. Das Anschreiben sollte maximal eine Seite umfassen, leicht lesbar und gut strukturiert sein. Wir möchten wissen, warum jemand denkt, für eine Stelle geeignet zu sein. Leider sehen wir das nicht immer."Andrea Diepen, Resourcing Manager bei Vodafone; Mitarbeiter weltweit: 72000; Bewerbungen pro Jahr: 25000; Einstellungen: ganz nach Bedarf.Holen Sie sich weitere Bewerbungs-Tipps:Im Vorstellungsgespräch eigene Fragen stellen!Bewerbungstipps von A bis ZWas erwartet mich im Assessment-Center?
Dieser Artikel ist erschienen am 01.03.2009

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