Bewerbung

"Der persönliche Eindruck spielt eine große Rolle"

Dorothee Fricke
"Worauf kommt es bei einer Bewerbung um Ausbildung oder Praktikum wirklich an? Wo liegen die Stolperfallen? Bewerbungsexperte Christian Püttjer beantwortet die wichtigsten Fragen.
Christian Püttjer weiß, worauf es bei der Bewerbung ankommtFoto: © Ute Mans
Was sind die häufigsten Stolperfallen, in die Bewerber für einen Ausbildungsplatz tappen?
Der größte vermeidbare Patzer ist die Beliebigkeit, die in vielen Anschreiben zum Ausdruck kommt. Eine Bewerbung muss immer auf das Unternehmen und den angestrebten Beruf zugeschnitten sein. Personaler sprechen davon, dass der Bewerber eine "realistische Tätigkeitsvorausschau" haben sollte, also ungefähr wissen sollte, was auf ihn oder sie zukommt. Das muss im Anschreiben zumindest in einem Satz deutlich werden. Der beste Aufhänger ist beispielsweise ein bereits absolviertes Kurzpraktikum. Man kann aber im Anschreiben auch darauf hinweisen, dass man bereits jemanden kennt, der im angestrebten Beruf arbeitet oder dass man auf einer Bewerbermesse Infos gesammelt hat.
Online oder Papier? Was kommt besser an?
Das kommt auf das Unternehmen an: Große Unternehmen wollen meist, dass man sich über ein Online-Formular bewirbt, kleine Firmen dagegen erwarten oft noch die klassische Mappe. Wenn man sich nicht sicher ist: anrufen und nachfragen. Wenn es der Personalabteilung gleich ist, würde ich zur Papierbewerbung raten. Damit kann man deutlicher zeigen, dass man ernsthaft interessiert ist.
Seit der Einführung des sogenannten Antidiskrimierungsgesetzes verlangen Arbeitgeber nur noch selten ein Foto von einem Bewerber. Soll man trotzdem eines mitschicken?
Unbedingt! Gerade bei jüngeren Bewerbern spielt der persönliche Eindruck eine sehr große Rolle. Für ein gutes Foto muss man auch nicht gleich 50 Euro oder mehr ausgeben. Es reicht, ein Porträt bei einem Passbildfotografen zu machen. Das kostet nicht mehr als zwölf bis 15 Euro. Eingescannte Bilder sind bei Auszubildenden okay, ein Fotoabzug - rechts oben im Lebenslauf eingeklebt - macht noch etwas mehr her.
Googeln Personaler wirklich alle Bewerber? Was muss ich bei Einträgen im Internet über mich beachten?
Dass junge Leute im Bewerbungsgespräch mit Partyfotos aus dem Netz konfrontiert werden, halte ich für ein Gruselmärchen. Meist haben Personaler gar keine Zeit, nach allen Bewerbern zu suchen. Falls es doch einmal vorkommt: Wegen ein paar doofer Fotos von der Abi-Feier wird niemand ausgesiebt. Allerdings ist es sehr hilfreich, selbst zu wissen, was über einen im Web zu finden ist. Dann ist man vorbereitet und kann ganz peinliche Sachen vielleicht sogar noch löschen.
Was kann ich gegen Nervosität vor dem Bewerbungsgespräch tun?
Nervös ist man dann, wenn man nicht weiß, was einen erwartet. Dabei kann man die wichtigsten Fragen, die in einem Bewerbungsgespräch auf einen zukommen, wunderbar trainieren; zum Beispiel indem man sich einen Ratgeber besorgt. Die erste Frage wird so gut wie immer sein: "Warum interessieren Sie sich für eine Ausbildung oder ein duales Studium als xy?". Wichtig: Viele bereiten sich im stillen Kämmerlein vor. Es ist entscheidend, dass man die Antworten laut ausformuliert - am besten vor Publikum.
Viele Unternehmen laden Bewerber zu Einstellungstests oder einem Assesment-Center ein. Wie bereite ich mich darauf vor?
In Einstellungstest muss niemand alles wissen: Es geht vor allem darum, ein bestimmtes Level zu erreichen. Deshalb: Alle Aufgaben, die einem leicht fallen, sofort lösen und sich dann an die kniffligen machen. Bei der Vorbereitung helfen Bücher. Wenn man den Aufgabentyp kennt, fällt einem die Lösung leichter. Um beim Thema Allgemeinwissen - das ist auch in Gruppendiskussionen gefragt - nicht auf die Schnauze zu fallen, sollte man aktuell auf dem Laufenden sein - etwa durch die regelmäßige Lektüre einer Tageszeitung. Oft wird erwartet, dass man sich kurz selbst präsentiert: Das kann man wunderbar vorbereiten. Sehr gut kommt es an, wenn man ein kleines grafisches Element - zum Beispiel eine Zeichnung oder eine Landkarte, wo man beim Schüleraustausch in den USA gewesen ist - in die Präsentation einbaut.

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