Bewerbungs-Check

Auf in die zweite Runde

Christian Püttjer, Uwe Schnierda
Sie kommen ins zweite Vorstellungsgespräch? Geben Sie sich noch nicht allzu siegessicher, sondern bleiben Sie am Ball. Jetzt gilt es, auch die neuen Personen von sich zu überzeugen. Lesen Sie hier, was Sie in der zweiten Runde alles beachten sollten.
Die zweite Runde ist kein SelbstläuferFoto: © Nicola Schaller
Wenn Bewerber nach einem Vorstellungsgespräch immer wieder Absagen erhalten, verfallen sie über kurz oder lang in Verzweiflung, Panik oder Depression. Zumal sie von den Unternehmen kaum eine befriedigende Antwort auf die Frage "Warum konnte ich nicht überzeugen?" bekommen. Geben Sie sich nach einem gut verlaufenen ersten Gespräch deshalb nicht vorschnell dem Siegestaumel hin.
Setzen Sie Ihren souveränen Auftritt im zweiten Interview bis zum Ende fort, indem Sie den unbedingten Willen erkennen lassen, Ihre Kompetenz und Erfahrungen voll in die neue Stelle einzubringen.Beim ersten Gespräch geht es vor allem um die Entscheidung, ob der Bewerber überhaupt für die Stelle geeignet erscheint. Grundsätzlich geklärt werden Dinge wie Branchenerfahrung, Fachkenntnisse oder Bereitschaft zu Dienstreisen. Außerdem wird ein erster Persönlichkeits-Check durchgeführt, also überprüft: Passt dieser Bewerber auf die Stelle und in unser Unternehmen? Auch Gehaltsvorstellungen werden im Groben abgeglichen. Einzelheiten zum Arbeitsvertrag werden meistens ausgeklammert.Keine Angst vor Kontrollfragen -  jetzt werden ihre Aussagen überprüftKommt es zu einem zweiten Vorstellungsgespräch, sollten Bewerber nicht in den Irrglauben verfallen, diese zweite Runde sei ein Selbstläufer. Viele Bewerber stellen sich hier selbst ein Bein, indem Sie glauben, alles Notwendige sei bereits gesagt. Diese Einstellung ist dann fatal, wenn im zweiten Vorstellungsgespräch neue Personen auftauchen - das kann der direkte Fachvorgesetzte sein, ein Kollege der Abteilungsleiterin, der Teamleiter oder der Geschäftsführer.Jeder am Entscheidungsprozess Beteiligte muss neu überzeugt werden. Insbesondere Ihre Einstellungsargumente sollten Sie deshalb ein weiteres Mal präsentieren. Manche Bewerber treten in der zweiten Runde viel zu passiv auf, wenn es um ihr Profil geht, entwickeln aber viel Energie, wenn es um die Klärung von Gehalts- und Urlaubsfragen geht.Streichen Sie auch im zweiten Gespräch Ihren Nutzen für die Firma heraus. Sprechen Sie gerade die neu hinzugekommenen Firmenvertreter an, denn es ist nicht Aufgabe des Personalers, sich zum Anwalt Ihrer Bewerbung zu machen. Wiederholen Sie Kernargumente aus Ihrer Selbstpräsentation, gehen Sie ein weiteres Mal auf die Stellenanzeige ein und geben Sie ein oder zwei konkrete Beispiele für berufliche Erfolge.Dies könnte so klingen: "Ich habe das letzte Gespräch gründlich auf mich wirken lassen, dabei ist mir noch einmal bewusst geworden, wie stark sich die Aufgaben in der neuen Stelle mit denen an meinem bisherigen Arbeitsplatz überschneiden. Auch dort habe ich die komplette Abwicklung von der Angebotserstellung bis zur Auslieferung betreut. Dies hat mich in meiner Meinung bestärkt, dass ich gerne für Sie arbeiten möchte."Lassen Sie die Argumente, die für Ihre Einstellung sprechen, nicht unter den Tisch fallen, nur weil Sie sie im ersten Gespräch bereits genannt haben. Bedenken Sie, dass Sie alle Entscheider auf den gleichen Informationsstand bringen müssen. Natürlich spielen auch Gehalt, Urlaub, Arbeitszeiten, Provisionen, Dienstwagennutzung, Zusatzversicherungen und Betriebsrenten im zweiten Gespräch eine Rolle. Klären Sie diese Punkte aber lieber im letzten Drittel des zweiten Gesprächs, und nicht am Anfang.
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