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Bewerber haben ganz klare Erwartungen, wie sich ein Unternehmen in seinen Stellenanzeigen präsentieren sollte.
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Wo Bewerber glücklich sind

Kerstin Dämon, wiwo.de
Intransparente Webseiten, Floskeln statt Informationen und Bewerbungsverfahren wie aus den 90ern: Unternehmen machen es Bewerbern nicht leicht. Aber es gibt sie, die innovativen Arbeitgeber.
Wer online nach einem neuen Job sucht, bekommt einiges zu sehen: "Du bist das Verkaufstalent (m/w), welches wir fördern möchten!" warb ein IT-Dienstleister – vermutlich um Vertriebsmitarbeiter.

Weiter geht es in der Stellenanzeige mit folgendem Text:

Von Vorteil:
  • Eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung
  • Eine ausgeprägte Affinität zu Allem was mit IT zu tun hat
  • Anwenderkenntnisse bezüglich MS-Excel, -Word und -Outlook
  • Fremdsprachenkenntnisse

Du bist motiviert?

Überzeuge uns in deiner Bewerbung, was Dich zum Verkaufstalent macht!


Eine Personalberatung sucht eine "Werteorientierte Führungskraft als Driver und People Manager", die Lust darauf hat, sich mit Aufgaben zu beschäftigen, die nicht alltäglich sind. Und ein Autobauer hat eine Stelle für "Praxis-Fortzubildender Produktmarketing m/w" ausgeschrieben.

Bei Bewerbern kommen derartige Ausschreibungen nicht gut an. Sie haben ganz klare Erwartungen, wie sich ein Unternehmen in seinen Stellenanzeigen präsentieren sollte. Das zeigt die diesjährige Studie der Unternehmensberatung Potentialpark. Das Unternehmen hat 28.007 Studenten weltweit befragt, wie sie die Bewerberansprache von insgesamt 461 Unternehmen bewerten.

Bewerber bevorzugen Klarheit und Transparenz

Aus Deutschland haben 1312 Studierende aus den Fachrichtungen BWL, Ingenieurwissenschaften, Jura und Geisteswissenschaften teilgenommen, die sich mit der Bewerberfreundlichkeit von 147 deutschen Betrieben auseinandergesetzt haben. Sie bewerteten die Karrierewebseiten, Bewerbungsformulare, die Ansprache auf Facebook, LinkedIn, Instagram und Twitter sowie die Bewerbungsmöglichkeiten per Smartphone oder Tablet.

Grundsätzlich wollen die Studenten, dass die Unternehmen ehrlich und transparent zeigen, was auf neue Mitarbeiter zukommt. Das Unternehmen müsse für den Bewerber "menschlich und greifbar" werden, sagt einer der befragten Studenten. Stattdessen sind viele Stellenanzeigen standardisiert und voller Floskeln.

Außerdem scheinen viele Unternehmen ihren Bewerbungsprozess als Assessment-Center misszuverstehen und gestalten ihn unnötig kompliziert. Nach dem Motto: "Wer es wirklich ernst meint, der hält durch." Das ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass deutsche Personalchefs von sich behaupten, dass es ihre größte Herausforderung sei, Mitarbeiter zu rekrutieren und dauerhaft an sich zu binden. Zumindest sagten das die Teilnehmer einer Umfrage von Kienbaum Communications und dem Staufenbiel Institut.

Es gibt aber auch Unternehmen, die ihre Sache richtig gut machen.
 

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