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Bewerbungsunterlagen

Wie sehr darf man seinen Lebenslauf verändern?

Jochen Mai / wiwo.de
Die Plagiatsvorwürfe um Karl-Theodor zu Guttenberg haben noch einen weiteren Makel in seiner Biografie ans Licht gebracht: Angeblich habe er es auch bei seinem Lebenslauf mit der Wahrheit nicht allzu genau genommen.
Im Lebenslauf sollte man nicht lügenFoto: © Fotolia.com
Laut Recherchen der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung soll der Minister aus mehrwöchigen Studentenpraktika in Frankfurt und New York mal eben „berufliche Stationen in Frankfurt und New York“ gemacht haben sowie aus einer einfachen Hospitanz eine Tätigkeit als „freier Journalist bei der Tageszeitung Die Welt (bis 2002)“. Die jedoch erschöpfte sich wohl eher auf gerade einmal acht kleinere Artikel, von denen vier auch noch gemeinsam mit Co-Autoren verfasst worden seien.Kann man so machen – sollte man aber nicht. Tatsächlich raten Experten dringend davon ab, es mit der Lebenslauf-Politur derart zu übertreiben. Etwas Aufhübschen sei noch okay, "das gehöre zur normalen und auch erwarteten Selbstvermarktung in der Bewerbung", findet zum Beispiel auch Thomas Pütz, Partner bei der Düsseldorfer Personalberatung v. Rundstedt & Partner. Wer es damit aber übertreibt, riskiert auch nachdem er schon eingestellt wurde seinen Job. Denn formal muss jeder Lebenslauf mit Ort, Datum und einer Unterschrift versehen werden. Das unterstreicht, dass die gemachten Angaben der Wahrheit entsprechen. Falsche Angaben aber können – je nach Schwere des Täuschungsversuchs - auch nach der Probezeit zur fristlosen Kündigung führen.

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Bewerber sollten hier schon aus Eigeninteresse besonders sorgfältig sein – auch für den Fall, dass irgendwann mal nach einem billigen Kündigungsgrund gesucht wird, falls der Kollege in Ungnade gefallen ist.Wie viel Schminke ist im Lebenslauf erlaubt?Gewiss, die eigene Biografie zu optimieren, ist heute gängige Praxis. Das beginnt zum Beispiel schon damit, uninteressante oder vielleicht auch skurrile Hobbys wegzulassen oder eine kurze Phase der Arbeitslosigkeit als "berufliche Neuorientierung" oder gar als "Selbstständigkeit" zu verkleiden. Doch wo hören zulässige Schönfärbereien auf und wo beginnen vorsätzlicher Etikettenschwindel und dreister Betrug?Allein 17 Prozent der Personalverantwortlichen haben innerhalb des vergangenen Jahres schon einmal eine Lüge im Lebenslauf eines Bewerbers aufgedeckt und den Kandidaten daraufhin prompt aussortiert, so das Ergebnis einer CareerBuilder-Umfrage. Andere siebten Bewerber schon aus, weil deren Lebenslauf partout nicht zur ausgeschriebenen Stelle passte (16 Prozent) oder weil der Lebenslauf eine unprofessionelle E-Mail-Adresse (zum Beispiel "SexyMaus0815@Mail.de") enthielt (11 Prozent).

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