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Sprachkenntnisse

Wenn der Personaler Englisch spricht

Teil 2: Stress mit perfekter Vorbereitung minimieren

Fließendes Englisch ist für viele Jobs VoraussetzungFoto: © Ewe Degiampietro - Fotolia.com
Annika Pabsch ist selbstständige Dozentin für Business Englisch und hat im britischen Bath sowie in Brüssel Englischkurse für Absolventen und Berufstätige gegeben. In ihren Seminaren vermittelt sie Bewerbern, wie sie Personalchefs von sich und ihren Sprachkenntnissen überzeugen und ihre Sprachkenntnisse schnell und effektiv aufpolieren können. Am Wichtigsten, sagt die Expertin, sei eine professionelle und auf das jeweilige Unternehmen abgestimmte Vorbereitung. "Bevor ich ins Bewerbungsgespräch gehe, muss ich als Bewerber wissen, wie das Unternehmen aufgebaut ist, welche aktuellen Entwicklungen in der Branche vor sich gehen, wie das Unternehmen funktioniert. Habe ich all diese Informationen gesammelt, kann ich mich inhaltlich und sprachlich auf das eigentliche Gespräch vorbereiten."Für die Expertin heißt das, den Lebenslauf zu verinnerlichen und zu übersetzen. "Ist man ganz unsicher, kann man Englischstunden nehmen. In jeder Stadt gibt es Englischlehrer, bei denen man individuelle Sitzungen buchen kann, um sich vor dem Bewerbungsgespräch intensiv auf dieses vorzubereiten", rät sie. Auch Rollenspiele mit Freunden können helfen, mehr noch, wenn diese auf Kamera aufgenommen und anschließend angeschaut werden. Diese Übung gebe den Bewerbern, für die ein deutschsprachiges Bewerbungsgespräch bereits eine Stresssituation darstelle, Sicherheit und einen Anknüpfungspunkt für Verbesserungen.Bereiten Sie sich auf verschiedene Gesprächssituationen vor!

Die besten Jobs von allen

Annika Pabsch rät davon ab, nur Grammatik und Vokabeln zu pauken. "Einzelne Worte, die man für seine Tätigkeitsbeschreibung braucht, sind in Ordnung, aber das Auswendiglernen ganzer Wörterlisten oder komplizierter Grammatikregeln bringen nichts außer totaler Verunsicherung, denn die Vokabeln vergisst man während des Vorstellungsgespräches garantiert", sagt sie. Besser sei es, verschiedene Gesprächssituationen  zu üben oder englische Texte zu lesen. Dazu eignen sich englische Newssites, wie die des Guardian, der New York Times oder der BBC. Dies trage dazu bei, sich Satzstrukturen leichter und unbewusst zu erschließen – Fähigkeiten, von denen man im Gespräch profitiert.Sprachkenntnisse allein sind aber noch kein Garant für den Erfolg der Bewerbung. Gerade in englischsprachigen Unternehmen dreht sich alles um die berufliche Erfahrung. Titel und Auszeichnungen sind für den Personaler daher nicht so wichtig wie die eigentliche Tätigkeit des Bewerbers. "Zeugnisse und unzählige Bestätigungen können zu Hause bleiben, wenn man sich bei einem britischen oder amerikanischen Unternehmen um eine Anstellung bewirbt. Viel interessanter ist es für den Interviewer zu erfahren, welche Erfolge ein Bewerber vorweisen kann, welche Beziehungen oder Kontakte er in der Branche hat", sagt Pabsch. Wer nicht nur mit Sprachkenntnissen, sondern auch Können und dem richtigen Profil von sich überzeugen kann, ist auf der Bewerbungsleiter schon ein ganzes Stück weiter. Der Rest ist dann wohl Sympathie und Glück.(Zuerst erschienen auf Zeit Online)
Dieser Artikel ist erschienen am 16.04.2010
 

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