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Viele Automobilhersteller zählen zu den beliebtesten Arbeitgebern
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Beliebte Arbeitgeber

Warum Autobauer besonders hoch in der Gunst stehen

Fulya Çayir, wiwo.de
Worauf legen Berufseinsteiger Wert? Und wo wollen Naturwissenschaftler, Ingenieure, ITler und Wirtschaftswissenschaftler arbeiten? Unser Arbeitgeber-Ranking zeigt, was und wen die jungen Fachkräfte suchen.
Sie haben einen Uni-Abschluss, erste Erfahrungen in der Berufswelt gesammelt und sind voller Tatendrang: Gut ausgebildete Young Professionals zwischen Ende 20 und Mitte 30 sind auf dem Arbeitsmarkt heiß begehrt – und sie arbeiten am liebsten in der Automobilbranche.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Beratungsgesellschaft Universum, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt. Für die aktuelle Studie befragten die Experten 8.500 Young Professionals aus 35 Branchen und 95 Berufsgruppen.

Demnach spielen Kriterien wie ein attraktives Grundgehalt, der Markterfolg des Unternehmens und spannende Produkte bei Young Professionals die wichtigste Rolle, wenn es um den idealen Arbeitgeber geht. Wer seine Mitarbeiter hoch vergütet und Erfolge in der Branche verzeichnet, kann auch mit den meisten Bewerbungen rechnen.

Ingenieure sind Top-Verdiener

Das gilt geschlechtsunabhängig und fächerübergreifend. Außerdem legen Young Professionals großen Wert auf die Anerkennung ihrer Leistung und auf Führungskräfte, die ihre Entwicklung fördern.

Laut der Universum-Studie verdienen Ingenieure mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von rund 52.000 Euro am meisten, dicht gefolgt von den ITlern mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von rund 50.000 Euro. Platz drei belegen die Wirtschaftswissenschaftler mit 47.000 Euro, Naturwissenschaftler kommen auf rund 44.000 Euro.

Die Kluft zwischen Frauen und Männern ist weiterhin groß: Frauen kommen im Durchschnitt auf rund 40.000 Euro, Männern auf rund 50.000 Euro – trotz gleicher Qualifikation.

Zufriedenheit garantiert keine unbegrenzte Unternehmenstreue

Doch Universum wollte nicht nur wissen, welche Kriterien Unternehmen als Arbeitgeber besonders attraktiv machen, sondern auch, in welchen Fällen Young Professionals das Interesse verlieren. Am schlimmsten finden es die Befragten demnach, wenn sie im Vorfeld nicht genug Informationen über das Unternehmen bekommen. Besonders ausgeprägt ist dieses Kriterium bei den IT-Absolventen.

Die Studie zeigt aber, dass Young Professionals mit ihren aktuellen Jobs weitgehend zufrieden sind – auf einer Skala von eins bis zehn liegt die durchschnittliche Zufriedenheit bei Männern bei 7,1, bei Frauen bei 6,8.

Allerdings ist die Zufriedenheit noch lange kein Grund für die Befragten, auch beim aktuellen Arbeitgeber zu bleiben. Jeder dritte Teilnehmer der Studie ist daran interessiert, im nächsten Jahr seinen Job zu wechseln. Jeder vierte hat sich in den vergangenen zwölf Monaten sogar extern beworben. Gerade einmal 19 Prozent der Befragten wollen ihrem aktuellen Arbeitgeber auch langfristig treu bleiben.

Die Automobilbranche erfreut sich bei Absolventen großer Beliebtheit

Young Professionals, die in Nichtregierungsorganisationen, in der Tourismusbranche, in der Gastronomie oder im Bereich des Passagiertransports arbeiten, sind mit ihrem Arbeitgeber am unzufriedensten – und wollen gerne wechseln.

Am geringsten ist die Wechselbereitschaft in der Automobil- und der Pharmabranche. Mitarbeiter dieser beiden Branchen sind ihrem Unternehmen besonders treu. "Zum einen steht die Branche für gute Gehälter, Markterfolg und spannende Produkte – also das, was Young Professionals an Arbeitgebern schätzen. Zum anderen hat diese Branche die zufriedensten Mitarbeiter", sagt die Deutschland-Chefin des Beratungsunternehmens Universum, Tina Smetana.

Die Automobilbranche schnitt mit Abstand am besten ab. Gerade Absolventen aus den Bereichen der Wirtschaftswissenschaften und des Ingenieurwesens geben Audi, BMW und Porsche als Lieblingsarbeitgeber an. Ingenieure sehen Porsche mit rund 21 Prozent auf Platz eins, bei den Wirtschaftswissenschaftlern dominiert BMW mit 17 Prozent.

Auch bei ITlern sind die drei Automobilkonzerne in den Top fünf vertreten, wobei Platz eins und zwei die Techkonzerne Google und Microsoft belegen. Bei Naturwissenschaftlern belegen die Max-Planck-Gesellschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft und Bayer die drei Spitzenplätze.
 

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