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Arbeitszeugnis

Unsere besten Wünsche begleiten ihn

Tina Groll / Zeit.de
Arbeitnehmern werden immer bessere Zeugnisse ausgestellt, die Durchschnittsnote liegt mittlerweile bei 1,9. Doch welche Aussagekraft haben solche Zeugnisse überhaupt noch?
Mitarbeiter haben Anspruch auf ein ZeugnisFoto: © Peter Atkins - Fotolia.com
Bewertungen in Arbeitszeugnissen klingen fast immer positiv: "Er erledigte alle Aufgaben pflichtbewusst und ordnungsgemäß", "Sie hat alle Aufgaben in ihrem und im Firmeninteresse gelöst" oder "Ihre umfangreiche Bildung machte sie zu einer gesuchten Gesprächspartnerin". Aber wer sich mit solchen Sätzen in seinem Zeugnis auf einen neuen Job bewerben will, könnte Schwierigkeiten bekommen.So bedeutet pflichtbewusstes und ordnungsgemäßes Arbeiten im Personaler-Latein, dass der Mitarbeiter ein Bürokrat ohne Eigeninitiative ist. Eine Mitarbeiterin, die Aufgaben in ihrem Interesse und dem der Firma löst, hat wahrscheinlich Büromaterial geklaut und wer als ein gesuchter Gesprächspartner bezeichnet wird, dem bescheinigt der Ex-Arbeitgeber, zu viele Privatgespräche während der Arbeitszeit zu führen.

Die besten Jobs von allen

Solche geheime Codes in Arbeitszeugnissen sind nach §109 Absatz 2 der Gewerbeordnung unzulässig. Mitarbeiter haben einen Anspruch auf ein klar und verständlich formuliertes Arbeitszeugnis, das keine versteckten negativen Formulierungen enthält, urteilte der Bundesgerichtshof bereits 1963. Die Bewertungen müssen zudem wohlwollend formuliert sein. Dem Mitarbeiter soll damit die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle nicht zusätzlich erschwert werden, begründeten die Richter ihre Entscheidung.Dieser Grundsatz gilt bis heute. Trotzdem verwenden Arbeitgeber immer wieder Codes, um negative Bewertungen zu verstecken. Den meisten Arbeitnehmern sind diese Formulierungen unbekannt, entsprechend entdecken sie solche nachteiligen Sätze in den vermeintlich positiven Zeugnissen gar nicht und wundern sich dann, wenn die Bewerbungen erfolglos bleiben.Ob der Wortlaut im Arbeitszeugnis korrekt und zulässig ist, prüft Thomas Redekop. Er ist Geschäftsführer der Personalmanagement Service GmbH in Berlin, einem Zeugnisdienstleister, der über das Portal arbeitszeugnis.de pro Jahr mehrere Tausend Arbeitszeugnisse analysiert. Vor allem Arbeitnehmer wenden sich an das Unternehmen, wenn sie unsicher sind. Aber auch Arbeitgeber lassen sich von Redekop und seinen Mitarbeitern beraten.Übertrieben positivEin schlechtes Zeugnis enthält meist Formulierungen, die übertrieben positiv sind oder ganze Elemente, die zwingend in ein Zeugnis gehören, fehlen. Diese Auffälligkeiten bemerken Personaler auch beim bloßen Querlesen der Unterlagen.Darum sollten die Zeugnisse den Standards entsprechen. "Grundsätzlich sind die Zeugnisse sehr positiv formuliert und haben einen einheitlichen Aufbau", sagt Zeugnisdienstleister Redekop. Dazu zählen neben der Einführung eine kurze Beschreibung der beruflichen Entwicklung im Unternehmen. Danach folgen eine Stellenbeschreibung der zuletzt ausgeführten Tätigkeit sowie eine Leistungsbeurteilung mit Angaben zur Motivation, Arbeitsweise, Erfolgen oder Weiterbildungen und eine Leistungszusammenfassung, die wiederum in eine Note zurück übersetzt werden kann.
 

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