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Soziale Netzwerke

Personaler wollen Facebook-Profile checken

Teil 3: Programme durchsuchen Nutzerkonten


Foto: Photosani/Fotolia

Seit dem Aufstieg der sozialen Netzwerke ist es üblich geworden, dass Firmen bei Bewerbungen diese Netze nach Informationen über mögliche Bewerber durchsuchen. Dabei werden auch spezielle Programme eingesetzt, die das Profil eines Nutzers mit dessen Erlaubnis scannen können.

Eine Sprecherin der Sears Holdings, Kim Freely, begründete dies damit, dass das Unternehmen auch sehen wolle, ob der Bewerber vielleicht für andere Jobs, an die er noch gar nicht gedacht habe, infrage komme. Die Karriereberaterin und Buchautorin E. Chandlee Bryan rät Bewerbern, immer darauf zu achten, was auf ihrer sozialen Netzwerkseite stehe.

Die besten Jobs von allen


Man müsse immer damit rechnen, dass andere sich das ansehen wollten. Direkte Fragen nach Passwörtern sieht sie kritisch, etwas anderes sei es, wenn der Arbeitgeber über eine Freundschaftsanfrage Einblick in das Profil eines Bewerbers bekomme.

"Freiwilligkeit ist Zwang, wenn du einen Job brauchst"

Insgesamt herrscht bei der Auswertung des Internets bei der Besetzung von Stellen noch eine große rechtliche Grauzone. Wenn sich jemand um eine Stelle bewerbe, bestehe natürlich ein Abhängigkeitsverhältnis, eine Schutzlosigkeit des Arbeitsuchenden, sagt Verdi-Juristin Alex.

Er könne zwar eine Frage nach Passwörtern ablehnen, aber was dann passiere, sei auch klar. Auch die Rechtsprofessorin Lori Andrews vom IIT Chicago-Kent College sieht keine Freiwilligkeit in der Frage nach einem Online-Passwort. "Freiwilligkeit ist Zwang, wenn du einen Job brauchst", sagt Andrews

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

Dieser Artikel ist erschienen am 04.04.2012
 

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