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Soziale Netzwerke

Personaler wollen Facebook-Profile checken

Teil 2: Es drohen Diskriminierungsklagen


Foto: Photosani/Fotolia

Ein Facebook-Sprecher riet Unternehmen auch im eigenen Interesse davon ab, nach Passwörtern zu fragen. Denn wenn der Arbeitgeber im Facebook-Profil Informationen finde, aufgrund derer er den Bewerber ablehne, müsse er eine Diskriminierungsklage fürchten und könnte zur Einstellungen desjenigen verpflichtet werden.

Auch in den USA sind Fragen nach persönlichen Informationen wie Geschlecht, Rasse, Religionszugehörigkeit oder Alter bei Bewerbungsgesprächen in der Regel nicht erlaubt. Fragen nach Passwörtern zu sozialen Netzwerken kommen in den USA offenbar häufiger bei Behörden vor, die Positionen bei den Sicherheitskräften zu besetzen haben.

Die besten Jobs von allen


So war das auch 2010 bei Robert Collins, der sich im Staat Maryland um eine Wiedereinstellung bei der Gefängnisbehörde nach einer Pause wegen des Tods seiner Mutter bewarb. Begründet wurde die Frage damit, dass mögliche Verbindungen zu Banden überprüft werden müssten.

Übliche Praxis bei der Polizei

Collins war zwar perplex, kam der Aufforderung aber nach. "Ich brauchte den Job, um meine Familie zu ernähren", erinnert er sich. Nachdem die Bürgerrechtsunion gegen diese Praxis protestiert hatte, änderte die Behörde ihr Vorgehen so, dass Bewerber sich während des Vorstellungsgesprächs selbst in ihr Konto in einem sozialen Netzwerk einloggen sollen, damit der Interviewer Einblick erhält.

Das ist auch schon seit 2006 so im Bezirk McLean in Illinois, wenn man einen Job bei der Polizei möchte. In der Stadt Bozeman im US-Staat Montana ist es üblich, dass Bewerber Passwörter für ihre E-Mail-Adressen, sozialen Netzwerke und sonstigen Online-Konten nennen müssen.

 

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