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Vorstellungsgespräche

Persönlichkeitstests taugen nichts

Ferdinand Knauß, wiwo.de
Die meisten Arbeitnehmer halten Persönlichkeitstests für untauglich. Zu Recht, denn 80 Prozent der Tests entsprechen nicht dem wissenschaftlichen Erkenntnisstand, wie eine Studie zeigt.

Foto: Picture-Factory/Fotolia.com

Tests sind nicht wissenschaftlich

57 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland haben die Erfahrung gemacht, dass Persönlichkeitstests an den konkreten beruflichen Anforderungen vorbeizielen. Doch die Ergebnisse solcher Tests seien trotzdem bedeutsam für die Karriere, das glauben zumindest 47 Prozent der 1100 Arbeitnehmer, die repräsentativ von den Assessment-Spezialisten der "Metaberatung" befragt wurden.

59 Prozent der Arbeitnehmer bewerten die Tests der Unternehmen als nicht ausreichend fundiert, um die eigene Persönlichkeit und beruflichen Fähigkeiten treffend zu erfassen. "Die Ergebnisse der Umfrage decken sich weitgehend mit den Beobachtungen, die wir in der Unternehmenspraxis machen“, sagt Rainer M. Neubauer, Geschäftsführer der Metaberatung. "Von den rund 1000 in Deutschland verwendeten Testverfahren halten gut 80 Prozent neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Human-Resources-Forschung nicht stand.

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Methode und Verfahren fragwürdig

Der Mangel an methodischer Professionalität führt zudem dazu, dass die wenigsten Testanwender zertifiziert sind (DIN 33430). Sie entsprechen oft nicht den neuesten Anforderungen des deutschen Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes und werden oft den bekannten internationalen Fachstandards nicht gerecht, die von der American Psychological Association aufgestellt wurden.

Die Arbeitnehmer kritisieren jedoch nicht nur die fachliche Qualität, sondern auch die Verfahren der durchgeführten Tests. Drei Viertel der Befragten bemängeln, dass die Auswertung ihres Persönlichkeitstests durch den Arbeitgeber derzeit hinter verschlossenen Türen stattfindet. Die Ergebnisse der Tests werden den Getesteten nicht detailliert mitgeteilt. Gleichzeitig ist das Interesse der Berufstätigen an Gesprächen über die Karriereaussichten mit den Vorgesetzten groß. Zwei Drittel der Mitarbeiter wünschen sich einen Austausch über die Ergebnisse von Persönlichkeitstests, um den beruflichen Werdegang gemeinsam zu gestalten.

"Wie die Praxis zeigt, werden die Persönlichkeitstests mangels Schulung des Personals häufig nicht richtig angewendet oder die Ergebnisse liefern langfristig keine haltbaren Aussagen", sagt Neubauer. Daher sollten Arbeitgeber umdenken und wissenschaftlich fundierte Persönlichkeitstests anwenden, die den Dialog mit den Arbeitnehmer erleichtern.

"So lassen sich insbesondere Talente im eigenen Unternehmen zuverlässig identifizieren und auf Grundlage einer gemeinsamen Strategie fördern. Angesichts des Fachkräftemangels ist die Einführung eines solchen modernen Talent-Managements unverzichtbar", so Neubauer

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

Dieser Artikel ist erschienen am 11.10.2012

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