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Verbundenheit im Job
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Nachhaltigkeit

Nach dem Praktikum ist vor dem Job

Nils Hille
Wer eine gute Hospitanz absolvieren konnte, sollte den Kontakt zum Unternehmen pflegen. Wem es dann noch gelingt, in einem Firmen-Förderprogramm für Studenten zu landen, bekommt beinah eine Jobgarantie.
Talente binden

Stellen Sie sich vor, es ist Wirtschaftskrise und Sie starten Ihren neuen Job in der Automobilindustrie. Unmöglich? Aber wahr. Der frischgebackene Hochschulabsolvent Wolfgang Timko hat dies genauso im vergangenen Jahr im März bei der BMW Group erlebt. Der 27-Jährige selbst spricht bescheiden von "Glück gehabt". Christoph Anz, zuständig für strategische Personalentwicklung beim bayerischen Fahrzeughersteller, dagegen hält Timko für "einen besonders interessanten jungen Menschen, der überdurchschnittlichen Einsatz gezeigt hat" – und der Teilnehmer von "Fastlane" war.
So nennt der Münchener Automobilkonzern sein studentisches Förderprogramm, mit dem die Personalabteilung vielversprechende Nachwuchsakademiker, deren Talent in einem Praktikum oder bei der unternehmensnahen Diplomarbeit aufgefallen ist, an sich bindet, bis sie mit dem Studium fertig sind und ihre erste Stelle – möglichst bei BMW – antreten. Wie der bayerische Automobilbauer bieten inzwischen fast alle großen deutschen Unternehmen vielversprechenden Hochschülern solch eine Möglichkeit, den Fuß in der Tür zu behalten.

Die besten Jobs von allen

Der Auswahlprozess für Fastlane und Co. lohnt sich: Die Mitglieder dieser exklusiven Zirkel erfahren zum Beispiel als Erste von neuen Stellen, überspringen Bewerbungsrunden und bekommen darüber hinaus sogar noch individuelle Persönlichkeitstrainings und Fachseminare spendiert. Doch das Auswahlverfahren für die Firmen-Förderprogramme mit eingebauter Jobgarantie ist hart.Hürden überwinden

Wie hoch die Hürde ist, zeigt das Beispiel des Konsumgüterherstellers Henkel: "In unser Praktikantenbindungsprogramm Career Track gelangt nur, wer das Assessment-Center besteht, das wir auch zur Auswahl von Festangestellten durchführen", erklärt die zuständige Personalmanagerin Wilma Huppertz. Von rund 600 Praktikanten, die Henkel pro Jahr beschäftigt, schaffen es gerade mal fünf Prozent zum Test. Lediglich ein paar dieser 30 Bewerber landen pro Jahr im exklusiven Nachwuchsprogramm.
Wolfgang Timko musste bei seinem Assessment-Center verschiedene Übungen alleine und in der Gruppe absolvieren. "Dabei geht es nicht um fachliches Wissen, sondern um die Persönlichkeit", erklärt BMW-Personaler Anz. Neben Teamfähigkeit, Projekt- und Zeitmanagement ermitteln die Beobachter auch, wie es um interkulturelles und sprachliches Know-how oder Präsentationstechniken der Kandidaten steht.Bei Timko hat alles gestimmt. Er bekam einen der begehrten Plätze im Programm.
 

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