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IT-Jobs in Deutschland

Managernachwuchs arbeitet lieber offline

Anne Ritter
Xing, Zalando, Pizza.de, Groupon CityDeal und ImmobilienScout24 – das sind nur einige erfolgreiche Internet-Unternehmen aus Deutschland. Hier konsumiert die Generation Y gerne, aber arbeiten will sie dort nicht. Das geht aus einer aktuellen Studie zum Image der Online-Branche bei Hochschulabsolventen hervor, die das Marktforschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag von ImmobilienScout24 und der Personalberatung Dwight Cribb durchgeführt hat.
Demnach verzichtet jeder zweite WiWi-Student kategorisch auf eine Karriere in einem Unternehmen, das seine Gewinne online erwirtschaftet. Hauptgründe für die Ablehnung sind Vorurteile über die Branche: 56 Prozent der befragten Nachwuchs-Manager befürchten, in einem Online-Unternehmen nicht viel lernen zu können. 32 Prozent finden, dass das Studium sie nicht ausreichend auf virtuelle Arbeitsfelder vorbereitet hat. 27 Prozent monieren, dass die Branche von einem raschen Wandel gekennzeichnet sei, und 25 Prozent sind von der "technischen Ausrichtung" abgeschreckt.

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Imageprobleme führen zu Fachkräftemangel

"Falls die Management-Lücke nicht gefüllt werden kann, droht uns hier ein massiver Einbruch", befürchtet Lars Schmidt, Vice President Human Ressources bei ImmobilienScout24. Die Gründe seien hausgemacht. "Die Branche ist vergleichsweise jung. Bei vielen Unternehmen setzt erst langsam eine Professionalisierung ein. Das schreckt Bewerber ab", sagt Personalberater Dwight Cribb. "Vor allem Startups haben bei vielen Absolventen ein schlechtes Image, da der Eindruck vorherrscht, es müsse zu viel unqualifizierte Aufbauarbeit geleistet werden."

Dem schlechten Image stehen hervorragende Karriereaussichten gegenüber: Das Beschäftigungswachstum der Branche beträgt laut Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) jährlich durchschnittlich 7,85 Prozent – damit gehört die Onlinebranche in Deutschland zu einem gewaltig wachsenden Wirtschaftszweig. Etwa 120 Milliarden Euro Umsatz verbucht die Branche in diesem Jahr.

Rund 390.000 Beschäftigte profitieren von diesem Aufschwung. Der Stellenmarkt bietet nicht nur Jobs für IT-Experten, Produktmanager oder Marketingprofis. Bei Zalando sind zum Beispiel insgesamt beinahe 100 Stellen in den drei Bereichen Consulting, Business Development sowie Finanzen und Controlling ausgeschrieben.

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