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Telefoninterviews

Lächeln für den Job, auch wenn es niemand sieht

Teil 2: Brüche im Lebenslauf erklären


Foto: Benicce/Fotolia

In der Simulation fragt Rebel kurz nach meinem beruflichen Werdegang. Tipps gab es vorher schon: Brüche sind kein Problem, wenn man sie erklären kann. Und mit jeder Station soll ich Informationen darüber verbinden, was ich dort gemacht und gelernt habe.

Also: In der Lokalredaktion habe ich gelernt, scheinbar triviale Themen spannend aufzuschreiben, in der Großstadtredaktion, mich durchzusetzen.

Die besten Jobs von allen


Langsam komme ich mir wirklich vor wie mitten im echten Bewerbungsgespräch. Wann ich denn die Stelle antreten könne? Ich improvisiere: "Zum neuen Jahr." Früher nicht? "Äh. Doch, eventuell auch früher. Meine persönliche Planung war zwar nächstes Jahr, aber wenn es nicht anders geht..." Keine besonders kluge Antwort, schießt es mir durch den Kopf.

Gutes Grundgefühl schaffen

Rebel findet sie gar nicht so schlecht – nur nicht selbstsicher genug vorgetragen. Sie rät, sich vor dem Telefonat an eine Situation zu erinnern, in der man sich besonders sicher fühlte.

Und auch wenn die Personaler den Kandidaten nicht sehen können: Im Schlafanzug sollten Bewerber ein Telefoninterview lieber nicht führen. Seriöse Kleidung ist gut fürs Selbstbewusstsein.

Zur richtigen Vorbereitung gehört auch, Störungen zu vermeiden, also etwa das Handy auszuschalten und keine zeitlich knappen Termine hinter das Interview zu legen. Außerdem sei es ratsam, am Telefon zu lächeln. "Es macht automatisch eine positive Ausstrahlung", sagt Rebel. Ans Lächeln denke ich in der Simulation natürlich nicht, sondern schaue vermutlich ziemlich grantig. Außerdem komme ich ins Stocken, als es darum geht, ad hoc meine Persönlichkeit zu beschreiben.

Nicht so schlimm, sagt die Trainerin: Das könne sogar sympathisch wirken. Am Schluss des gespielten Telefonats erklärt sie mir die weitere Vorgehensweise: Natürlich hätten sich noch andere beworben – sie würde mich in der nächsten Woche noch einmal anrufen.

Begeisterung vermitteln

Nach der Simulation weiß ich, woran es bei mir noch hapert: an der Motivation in der Stimme, daran, meine Begeisterung für den Job zu vermitteln. "Enthusiasmus rüberzubringen ist am Telefon noch schwieriger", sagt Rebel.

Sie rät mir, die Interviewsituation zu üben – gerne auch mit Freunden. So lange, bis es selbstverständlich wird, jemandem am anderen Ende der Leitung zu erklären, warum man genau die Richtige für den Job ist.

 

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