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Bewerbung ist Kür
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Neue Bewerbungsansätze

Kür statt Klassik

Felix Ehrenfried, wiwo.de
Wer heute dem potenziellen neuen Arbeitgeber imponieren will, sollte nicht unbedingt auf die klassische Bewerbung setzen. Was die eigene Website, Onlinevideos oder Facebook-Aktionen bringen können.
Matthew Epstein ist zu einer Bekanntheit im Internet geworden. Das nicht, weil er ein bahnbrechendes Onlinetool entwickelt oder ein eindrucksvolles Musikvideo ins Netz gestellt hat. Er hat sich lediglich bei seinem Traumarbeitgeber Google beworben.
 
Dabei ist er allerdings überaus kreativ vorgegangen. Er hat eine eigene Homepage mit dem Banner Google – Please Hire Me (zu deutsch: Google – Bitte stell mich an) aufgebaut, dazu noch ein passendes Werbevideo gedreht und gleich auf der Website integriert.

Dort erzählt er, verkleidet im Stil eines englischen Adligen, wieso Google ihn als Mitglied des Produkt-Marketing Teams aufnehmen sollte.

Humorvoll zum Traumjob

Das humorvolle Video, in dem Epstein als Erkennungszeichen einen Schnauzbart trägt, wurde innerhalb kürzester Zeit zehntausende Male geklickt, aktuell steht der Zähler bei rund 1,2 Millionen Klicks. Die Website, in der das Video eingebettet ist, ist ansprechend gestaltet und erzählt mit wenigen Klicks wer Matthew Epstein ist, was er kann und wieso Google ihn anstellen sollte.

Auf die Website nebst Video erhielt Epstein binnen kürzester Zeit Dutzende von Einladungen zu Vorstellungsgesprächen – auch von Google. Mittlerweile ist Epstein zwar nicht in dem Marketingteam des Internetgiganten eingestellt, allerdings hat er, wie er in einem zweiten Video erklärt, seinen Traumjob bei dem Startup SigFig gefunden.

Umständlich oder nicht?

Das Beispiel Epstein zeigt: Wer kreativ ist, kann schnell die Aufmerksamkeit von Unternehmen und deren Personaler erwecken. Statt sich also umständlich per Onlinetool oder Papierbewerbung bei Unternehmen in die lange Schlange der potenziellen neuen Mitarbeiter einzureihen, stellt man lieber eine Website online, macht Werbung bei Facebook für sich oder dreht ein lustiges Video, das anschließend bei Youtube für Furore sorgt.

Aber klappt das immer?

 

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