Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Vorstellungsgespräch

"Kopf hoch und lächeln"

Teil 2: Personaler wollen keine Roboter

Verharrt man in dieser Position? 
Auf keinen Fall! Man sollte gestikulieren, den Oberkörper bewegen, die Mimik einsetzen und so das Gespräch lebhaft machen. Ich glaube, es gibt für Personaler nichts Schlimmeres, als sich den ganzen Tag Roboter anzuschauen, die jeden Schritt vorher einstudiert haben.
Die Arme vor dem Körper zu verschränken signalisiert Abwehr, oder? 
Es kommt immer darauf an, wie man etwas macht. Wenn ich die Arme verschränke, die Schultern hochziehe und grimmig schaue, ist die Sache klar: Abwehrhaltung. Wenn ich aber beim Armeverschränken lächele und mich zurücklehne, signalisiere ich damit nur, dass ich meine Handlung zurücknehme und mein Gegenüber sprechen lasse.
Wie kann man seine Körpersprache noch einsetzen? 
Man kann unterstreichen, dass man bestimmte Fähigkeiten besitzt. Sie können erzählen, wie selbstständig und engagiert Sie sind, wirkungsvoller ist es jedoch, Eigeninitiative zu zeigen: Also Fragen stellen, auf dem Stuhl nach vorn rutschen, den Oberkörper in Richtung des Gesprächspartners beugen. So drückt man Interesse, Aktivität und Handlungsbereitschaft aus.

Die besten Jobs von allen

Kann ich mir die Aufregung bei einem Vorstellungsgespräch abtrainieren? 
Bitte nicht! Aufregung ist gut! Sie erfüllt einen Zweck, wir haben dann mehr Energie. Das drückt das Wort Aufregung aus: Hier öffnet und regt sich was. Sie können diese Energie sinnvoll nutzen, schließlich kann sie Ihre Leistung steigern und macht Sie aufmerksamer. Natürlich spürt der Personaler, dass ein Bewerber aufgeregt ist. Wenn derjenige das zugibt, entlastet er sich und sein Gegenüber weiß, dass er aufrichtig ist.
Unser Gespräch ist nun fast zu Ende. Wie hinterlasse ich bei der Verabschiedung einen guten Eindruck? 
Wenn ich Sie zur Tür bringe, sollten Sie mit mir Schulter an Schulter gehen. So signalisieren Sie mir, dass wir auf einer Ebene sind. Wie am Anfang des Gesprächs sollte es auch am Ende etwas Smalltalk geben. Den besten letzten Eindruck hinterlassen Sie, wenn Sie sich an der Tür noch einmal zum Gesprächspartner drehen. Das letzte, was der Personaler von dem Bewerber sieht, sollte nämlich dessen lächelndes Gesicht und nicht sein Hintern sein.
Lesen Sie mehr zum Thema "Richtig Bewerben".Machen Sie auf sich aufmerksamRichtig durchs Assessment CenterDie Fallen der Personaler im Vorstellungsgespräch
Dieser Artikel ist erschienen am 01.12.2009
 

Karriere | Service

Gehälter